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	<title>nora´s blog &#187; Zeit</title>
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	<description>panta rhei - alles fließt</description>
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		<title>vernachlässigt</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Aug 2012 17:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p> &#8230; wird der/das arme Blog. Ja ja &#8230; doch hier passiert so viel, dass kein Hinterherkommen ist. Der Tag hat zu wenig Stunden und der Geist braucht zu lange zum Sortieren. Ich hoffe mal, ich hab im Urlaub ein paar Stündchen dafür, mein Denkarium hier aufzufüllen und krieg kein &#8220;Dudu&#8221;, weil ich mich angeblich nicht vom Lapi <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1651">vernachlässigt</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p> &#8230; wird der/das arme Blog. Ja ja &#8230; doch hier passiert so viel, dass kein Hinterherkommen ist. Der Tag hat zu wenig Stunden und der Geist braucht zu lange zum Sortieren. Ich hoffe mal, ich hab im Urlaub ein paar Stündchen dafür, mein Denkarium hier aufzufüllen und krieg kein &#8220;Dudu&#8221;, weil ich mich angeblich nicht vom Lapi trennen kann <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /> &#8230; der Empfang soll auf dem Darß zudem nicht der beste sein. Nu denne &#8230; I hope so. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
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		<title>list-mania</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 09:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Planung]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ich kapituliere hiermit offiziell. Ich kann nicht anders. Man sehe es mir nach. Ob ich es mir nachsehe, hab ich noch nicht entschieden. </p>
<p>Diese Woche ist eine Nicht-Büro-Woche. Auch die nächste Woche wird das anteilig sein, wenn auch etwas zerpflückter. Trotzdem gibt es Dinge, die ich tun sollte und Dinge, die ich tun will. Heute nun, <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1516">list-mania</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kapituliere hiermit offiziell. Ich kann nicht anders. Man sehe es mir nach. Ob ich es mir nachsehe, hab ich noch nicht entschieden. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Diese Woche ist eine Nicht-Büro-Woche. Auch die nächste Woche wird das anteilig sein, wenn auch etwas zerpflückter. Trotzdem gibt es Dinge, die ich tun sollte und Dinge, die ich tun will. Heute nun, am ersten Tag nach Weihnachten, bin ich aufgestanden mit einer leichten inneren Unruhe, ich könnte irgendetwas davon vergessen. Oh je &#8230; und das ruft nach einer Liste. Nach kurzem Hin-und-her-hadern hab ich nun beschlossen, meiner Listen-Macke zu pfrönen und eine zu erstellen &#8230; z.T. mit Motivationsgedanken.</p>
<ul>
<li><del>Arbeitsjahresplanung Büro grob (Das nicht gleich Anfang des Jahres zu erledigen, war einer der gröbsten Fehler 2011 und produzierte Mega-Jahresendhektik.)</del></li>
<li><del>Lederriemchen Jacke Sohni (Wenn ich das diese Woche hinkriege, kann er seine Jacke für Januar wieder mit nach London nehmen.)</del></li>
<li>Treffen A.</li>
<li><del>Treffen J.</del></li>
<li>LESEN (Jobs, <del>Mura</del>kami etc.)</li>
<li><del>Abl</del>age (Eh ich die nicht gemacht habe, brauch ich mit der 2010-er Steuererklärung nicht anfangen.)</li>
<li><del>Ordner beschriften</del></li>
<li><del>Termin Fitnessstudio klarmachen</del></li>
<li>Termin Fotograf klarmachen (der Gutschein endet im Januar)</li>
<li><del>Farben und Header Blog ändern</del></li>
<li><del>im Schloss Kleid zurück</del></li>
<li><del>Karten Schlossparktheater Eltern</del></li>
<li>Homepage (inkl. M.-vernerven)</li>
<li><del>Abstimmung Dr.Weiler-Fitness-Berlintage für Jan/Feb</del></li>
</ul>
<p>Was ich dabei gerne vergesse:</p>
<ul>
<li>frische Luft</li>
</ul>
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		<title>Das Glück der Unerreichbarkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 07:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[art & culture]]></category>
		<category><![CDATA[literature]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Buch mit selbigem Titel von Miriam Meckel war in Griff aus meinem &#8220;ich-will-dich-noch-lesen&#8221;-Bücherregal. Schön, so ein Regal. </p>
<p>In dem Buch geht es darum, dass wir zwar mitten drin sind in sich rasant entwickelnden Kommunikationsformen, dass wir sie technisch beherrschen &#8230; aber dass wir mitnichten so damit leben, dass es uns nicht quasi entsozialisiert, uns von <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1429">Das Glück der Unerreichbarkeit</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch mit selbigem Titel von Miriam Meckel war in Griff aus meinem &#8220;ich-will-dich-noch-lesen&#8221;-Bücherregal. Schön, so ein Regal. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>In dem Buch geht es darum, dass wir zwar mitten drin sind in sich rasant entwickelnden Kommunikationsformen, dass wir sie technisch beherrschen &#8230; aber dass wir mitnichten so damit leben, dass es uns nicht quasi entsozialisiert, uns von uns selbst entfernt und uns einfach nicht nur stresst. Sich darum Gedanken zu machen, wie man mit dieser ständigen Erreichbarkeit für sich vernünftig lebt, dazu will dieses Buch anregen. Es fragt nach dem &#8220;Warum&#8221;.</p>
<p>Was soll ich sagen &#8230; ich bin am Anfang und hab keine Plan.</p>
<p>Als ich den ersten Absatz des Abschnittes &#8220;Digitale Bohème&#8221; auf Seite 11 erreicht hatte und nur noch nicken musste, da hab ich beschlossen, weiter zu lesen. (Davor wurde eine Situation beschrieben, die an vielen Tagen etwas völlig Normales für mich ist: ich will zwischen verschiedenen Terminen etwas erledigen, das Telefon klingelt ständig wegen Dingen, die entweder nicht sein müssen oder aber an der Stelle eh nicht richtig klärbar sind und am Ende komme ich nicht zu dem, was ich machen will oder muss &#8230; und der Reizpegel steigt.)</p>
<blockquote><p>&#8220;An jenem Tag habe ich festgestellt, dass ich etwas ändern musste. Etwas war mit mir während der vergangenen Jahre geschehen. Ich war zu jener Spezies Mensch mutiert, die angeblich alles gleichzeitig kann. Ich war geworden, was ich nie sein wollte: ein Simulatant.<br />
Irgendwann in den zwei Jahren vor dieser Szene im Lampenladen muss es einen Punkt gegeben haben, den ich selbst nicht bemerkte. Den Zeitpunkt nämlich, als die Kommunikationsanforderungen, die von außen an mich herangetragen wurden, begannen, meine eigene Lebensgestaltung zu bestimmen und meine eigene Kommunikationslogik zu überlagern. Als ich anfing, auf Informationen nur noch zu reagieren, statt nach meinen Wünschen und Vorstellungen zu kommunizieren. Als die kommunikative Vernetzung ein Wert an sich geworden war und nicht mehr Mittel zum Zweck der Verständigung. Als ich zuließ, dass die Technik mein soziales Leben bestimmt &#8211; und nicht umgekehrt. Ich war immer online, immer auf Stand-by und immer erreichbar. Aber eigentlich war ich nie mehr richtig da.<br />
Wohlwollend betrachtet, war ich zu einem Exemplar der Spezies Mensch geworden, die einen neuen Lebenstrend definiert: das virtuelle mobile ich. &#8230;. die digitale Bohème.&#8221;</p></blockquote>
<p>So mittendrin kommen Sätze wie:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>&#8220;Wer technisch angeschlossen ist, ist nicht zwangsläufig auch sozial angebunden.</li>
<li>Wer immer erreichbar ist, ist eigentlich für nichts und niemanden wirklich da.&#8221;</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Ich hab hier die erste Auflage vom Januar 2009 vor mir. Und wenn ich mich richtig erinnere, begann mein eigentlicher persönlicher Einstieg in die virtuelle Kommunikation Ende 2007. Stets Erreichbar (per Telefon und Fax) war ich aber schon vorher. Denn mit meinem Jobwechsel 1995 nach Dessau waren Erreichbarkeit und fließende Übergänge von Job zu Privat grundlegende Elemente des Alltags geworden.</p>
<p>Und damit keine Missverständnisse aufkommen &#8230; die Autorin verteufelt die mobile Kommunikation nicht. Es gibt ja auch genug Vorzüge von SMS, Mail, Facebook und Co.. Denn es ist eben nicht die Technik selbst, die uns zur ständigen Erreichbarkeit drängt. Sie macht sie nur möglich. Die permanente Erreichbarkeit &#8220;&#8230; setzt uns unter einen hohen Kommunikationsdruck, bahnt uns zugleich den Weg zu Anerkennung und Wertschätzung.&#8221; Sie behauptet zudem:  &#8220;Aufmerksamkeit ist die neue Währung unserer Zeit.&#8221;<br />
Es geht also um Wahrnehmung, darum, dass andere mich wahrnehmen? Oh.</p>
<p>Den Einstieg in die weiteren Betrachtungen macht die Autorin mit der Aussage, wir bräuchten eine &#8220;kluge Unerreichbarkeit&#8221;. &#8220;Sie gwährt uns Zeiten der Ruhe, des Abschaltens und der Konzentration.&#8221; &#8230; Aha. Ja, und?</p>
<p>&#8220;Wir müssen Bedingungen schaffen, dass Phasen der Vernetzung und des Informationsinputs sich mit Phasen der Verarbeitung und  des kreativen Outputs abwechseln. &#8230; Kommunikation braucht Qualität. Und Qualität braucht Zeit. Wer sich verständigen will und verstanden werden will, muss nachdenken können und sich erklären dürfen. &#8230; Jeder braucht heute von Zeit zu Zeit sein individuelles existenzielles Funkloch. Das sorgt nicht nur für eine Steigerung der Lebensqualität, es ist überlebenswichtig.&#8221;</p>
<p>&#8230; Genau das wurde diese Woche offensichtlich: es gab für mich nicht das kleinste Funkloch (die 6 Nachtstunden zählen dabei nicht) und die Qualität der Kommunkation mit manchen mir durchaus wichtigen Menschen hatte extrem an Qualität eingebüßt. Jetzt kann ich weder an der Datenflut, noch an der Kommunkation anderer etwas ändern. Aber ich kann über meine Kommunikation nachdenken und mir Wege überlegen, die mich nicht nur fremdbestimmt durchs Leben wandern lassen.</p>
<p>&#8230;F.f.</p>
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		<title>Zeit- so anders wie Kulturen verschieden sind (3)</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 15:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Im nächsten Kapitel zu einer weiteren Dimension der sozialen Zeit wurde es spannend.</p>
<p>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit</p>
<p>Die Dauer</p>
<p>Im Prinzip ist die Dauer der Zeit genau festgelegt. Für einen Physiker dauert eine Sekunde ganz genau 9.192.631.700 Strahlungschwingungen bei Cäsium 133 (Levine hat hier einen Schreibfehler). Wiki:</p>
<p>Die Sekunde als Maßeinheit der Zeit ist seit 1967 als das <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1131">Zeit- so anders wie Kulturen verschieden sind (3)</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-745" title="Levine &quot;Eine Landkarte der Zeit&quot;" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im nächsten Kapitel zu einer weiteren Dimension der sozialen Zeit wurde es spannend.</p>
<p><strong>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit</strong></p>
<p><strong>Die Dauer</strong></p>
<p>Im Prinzip ist die Dauer der Zeit genau festgelegt. Für einen Physiker dauert eine Sekunde ganz genau 9.192.631.700 Strahlungschwingungen bei Cäsium 133 (Levine hat hier einen Schreibfehler). Wiki:</p>
<blockquote><p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sekunde">Sekunde</a> als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ma%C3%9Feinheit">Maßeinheit</a> der Zeit ist seit 1967 als das 9.192.631.770-fache der Periode eines bestimmten atomaren Übergangs in Caesium definiert.<sup id="cite_ref-28"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caesium#cite_note-28">[29]</a></sup> Dazu passend ist Caesium das die Frequenz bestimmende Element in den <a title="Atomuhr" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atomuhr">Atomuhren</a>, die die Basis für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit">koordinierte Weltzeit</a> bilden.<sup id="cite_ref-29"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caesium#cite_note-29">[30]</a></sup> Caesium wurde für diese Anwendung gewählt, weil der Übergang zwischen  den beiden Grundzuständen mit 9,1 GHz noch mit elektronischen Mitteln  erreichbar ist.</p></blockquote>
<p>Für unsere Wahrnehmung ist die Dauer der Zeit gar nicht so genau und eindeutig erfassbar. Und wenn Anhaltspunkte auf die wirkliche Zeit wegfallen, bricht unser Sinn für die Zeit sogar ganz zusammen. Wir haben also eine psychische Uhr. Aber was beeinflusst die?</p>
<p>Laut Levine gibt es Hinweise darauf, dass bei niedrigerer Körpertemperatur die Zeitdauer kürzer eingeschätzt wird und bei höherer länger. &#8220;Wahrscheinlich leben also Menschen in wärmeren Gegenden nach einer langsamer laufenden inneren Uhr.&#8221; Fühlt sich deshalb der gestresste Deutsche in warmen Gegenden so wohl und entspannt? Tommi wollte ob der Aussage jedenfalls gleich gen Süden auswandern. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Was ich auch total irre fand, war, dass es individuelle Unterschiede gibt, wie, dass Dicke genauer schätzen als Normalgewichtige, extrovertierte Menschen genauer als introvertierte usw. &#8230; ach und Frauen ungenauer als Männer. Mit letzterem bin ich jetzt fein raus <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> &#8230; ich kann gor nichts dafür, wenn ein Mann auf mich warten muss. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /> Er schätzt die Zeitdauer einfach besser ein als ich. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Für Mumpitz hielt ich eigentlich, dass Zeit tatsächlich zu verlangsamen ist. Ja, ich weiß, es ist eine Übung des Zen-Buddhismus, sich so zu konzentrieren, dass die Zeit stillzustehen scheint. Oder sagen wir, ich habe davon gehört. Leistungssportler sprechen wohl auch von solchen Momenten. Wobei ich zugeben muss, der Gedanke hat was. Und wenn die Dauer von Zeit unterschiedlich wahrgenommen werden kann, warum dann nicht auch extrem unterschiedlich&#8230;</p>
<p>Es gibt auch eine dunkle Seite der psychischen Zeitverlängerung: die Langeweile. Levine sagt dazu, dass die Geschwindigkeit der Zeit unter das optimale Erregungsniveau absinkt. Ja ;), so kann man das auch bezeichnen. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /><br />
Diese Zeitverlangsamung ist deshalb so ätzend, weil sie außerhalb unserer Kontrolle liegt. Was übrigens auch ein Problem im Bereich der Depression darstellt.</p>
<p>Eigentlich stand an dieser Stelle noch etwas zu einer persönlichen Erfahrung zum Thema &#8220;deutliche Abweichung gefühlter zu tatsächlicher Zeit&#8221;. Aber das Hurtigruten-www-Loch hat´s gefressen. Dann soll es wohl nicht sein. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Doch zurück zu der Frage: Was beeinflusst unsere psychische Uhr? Levine macht dabei 5 Komponenten aus:</p>
<ol>
<li>angenehme Erfahrungen</li>
<li>der Grad der Dringlichkeit</li>
<li>der Grad der Aktivität</li>
<li>die Abwechslung</li>
<li>zeitfreie Aufgaben</li>
</ol>
<p><em>Zu 1. angenehme Erfahrungen</em></p>
<p>Es gibt doch tatsächlich Untersuchungen, wieviel Speicherplatz positive Erfahrungen auf unserer Hirnrinde einnehmen. Weniger Raum würde bedeuten, man hätte das Gefühl, sie hätten weniger Zeit beansprucht. Aha.</p>
<p>Was ich interssant finde, ist das im Buch beschriebene Projekt des Psychologen Robert Meade. &#8220;Meade nutzte dabei die Tatsache, dass die Menschen die Zeit als kürzer empfinden, wenn sie glauben, dass sie einem Ziel näher kommen.&#8221; Er hat den Arbeitern ein Gefühl des Fortschritts für ihre Arbeit vermittelt. Mit dem Ergebnis, dass die Arbeitsmoral und das Wohlbefinden stiegen.<br />
Wenn das bedeutet, ich muss im Büro bei langwierigen Aufgaben &#8211; die sich über 1, 2, 3 Monate hinziehen und an denen täglich zu arbeiten ist &#8211; kleinere Etappen setzen, deren Erreichen auch noch mit irgendeiner Art angenehmer Erfahrung verbunden ist, dann sollte ich das tun. Denn ich erlebe bei sonst fröhlichen und motivierten Mitarbeitern immer wieder steigende Frustration im Zeitablauf bei solchen Arbeiten.</p>
<p><em>Zu 2. der Grad der Dringlichkeit</em></p>
<p>„Je größer die Dringlichkeit, desdo intensiver spürt man das Vergehen der Zeit. … Diese Dringlichkeitsregel erstreckt sich auf eine breite Palette von Bedürfnissen, von den grundlegenden physiologischen bis zu kulturell vorgegebenen Notwendigkeiten“ Wenn man also einen Zeitpunkt intensiv herbeisehnt, vergeht die Zeit besonders langsam. Scheinbar.</p>
<p><em>Zu 3. der Grad der Aktivität</em></p>
<p>Logisch ist die Aussage, es „&#8230; vergeht die Zeit schneller, wenn eine Aufgabe den Menschen in Anspruch nimmt, wenn sie ihn herausfordert und ihm geistige Anstrengung abverlangt und wenn mehr passiert.“</p>
<p>Diesen Faktor der Wahrnehmung einer Zeitdauer finde ich besonders spannend. Sagt unsere Meinung zu ihm doch viel über uns und ähnliche Kulturkreise aus und viel über Kulturen, eine ganz andere Sicht auf Aktivität und Nichtaktivität haben.</p>
<p>Levin beschreibt die Amerikaner als aktivitätsfanatisch, stets bemüht, Inaktivität zu vermeiden. Inaktive Zeiten sind tote Zeiten. Im Grunde kommt mir das sehr bekannt vor. In anderen Teilen der Welt sieht man das völlig anders.</p>
<p>„Die Japaner zum Beispiel empfinden besondere Hochachtung für das Konzept des „ma“ &#8211; des Zwischenraums zwischen Gegenständen oder Aktivitäten.“ Ein Zwischenraum ist danach nicht leer, wie wir es sagen würden, sondern „voll von Nichts“. <strong>Ein toller Gedanke!</strong><br />
Ich kann es nicht genau erklären, aber es gibt einen Grad an „voll von Nichts“ in einer Wohnung, der mir Ruhe, Frieden und Entspannung bringt. Nur bin ich nicht so richtig in der Lage, diesen Grad des inneren Friedens durch „Nichts“ selber herzustellen. Oder anders gesagt, irgend ein innerer Antrieb arbeitet eigentlich ständig dagegen.</p>
<p>Gerade jetzt im Rahmen meines Umzuges fällt mir das wieder übel auf. Eigentlich hätte ich zum Wohlfühlen gerne eine Wohnung mit viel freier Fläche auf dem Fußboden und übersichtlichen netten Inseln des Lebens darin.<br />
Und was macht mein Kopf ständig? Er plant die Möblierung im Sinne einer Optimierungsaufgabe mit dem Ziel „Möglichst viele Möbel auf die verfügbare Fläche“. So ein Schrott. Und warum? Ich müsste massiv wegschmeißen. Auch Dinge, die noch vollständig in Ordnung sind. Und so bin ich schlicht nicht erzogen. (Meine Eltern sind jetzt schon am Überlegen, was SIE mit den Regalbrettern machen, die nicht mit umziehen. Und noch war nicht die Rede von zuentsorgenden Möbeln oder Inhalten. Da krieg ich echt die Krise!)</p>
<p>Und ich weiß jetzt schon, dass ich bei der Umbauplanung meiner Küche einen Fehler gemacht habe, der auch noch Geld kostet und der nur diese blöde Optimierungsaufgabe als Ursache hat. An den Kosten lässt sich idiotischerweise nichts mehr ändern. Aber ich denke, ich muss meine Küchenbauer an einer Ecke erstmal ausbremsen und dann in Ruhe sehen, ob ein „voll von Nichts“ an einer Wand nicht besser ist als ein Schrank.</p>
<p>Es geht jedoch bei Stille und Nichts nicht nur um Raum, sondern auch um Zeit.</p>
<blockquote><p>„Die Schriftstellerin Eva Hoffmann beschrieb, wie sie während einer langen Reise durch Osteuropa die Bereitschaft der Menschen, die Stille zu akzeptieren, schätzen lernte:</p></blockquote>
<blockquote><p>„Nun warten wir wieder, sitzen uns still gegenüber. Wir sitzen, wie die Zen-Meister sitzen. Es gibt keine Peinlichkeit, kein hektisches Nicken mit dem Kopf oder beruhigendes Lächeln. Langsam emfinde ich das als seltsam entspannend. Ich gleite hinüber in eine andere Wahrnehmung der Ereignisse, in der man nicht darauf besteht, einen Plan zu erfüllen, sondern auf das wartet, was als nächstes passiert.“</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Laufe ihrer Reise begann Hoffmann zu verstehen, dass vertrauensvolle Stille einen Glauben an die Dynamik der Veränderung und an die menschliche Natur an sich erfordert:</p>
<p>„Irgend etwas passiert immer als nächstes: Dieses Prinzip habe ich allmählich verinnerlicht. Die Welt erschöpft sich nicht und ebenso wenig die Menschen&#8230;“</p></blockquote>
<blockquote><p>„Wenn man die Stille schätzt, ist sie keine vergeudete Zeit mehr.“</p></blockquote>
<p>Und noch etwas will ich dazu zitieren:</p>
<blockquote><p>„Im Westen signalisiert ein Mangel an offensichtlicher Aktivität, dass nichts geschieht. Viele Menschen in anderen Teilen der Welt erkennen allerdings, dass eine oberflächliche Ruhe noch nicht bedeutet, dass es keine Veränderung gibt. Zeiträume der Inaktivität werden als notwendiger Vorlauf für eine sinnvolle Tätigkeit verstanden. Die Chinesen zum Beispiel gelten als Meister des Wartens auf den richtigen Augenblick. Sie glauben, dass das Warten selbst erst diesen Augenblick schafft.Wie lange muss man warten? So lange, wie es nötig ist. Eine künstliche Verkürzung dieser Reifephase wäre so unsinnig wie ein Sparen an den Fundamenten eines Gebäudes.“</p></blockquote>
<p>Ich habe durchaus überlegt, dass so zu zitieren. Weil es meinem eigenen Handeln und Fühlen so konträr gegenübersteht. Stille und Warten … zwei Worte, die als Erfahrung für mich meist kaum auszuhalten sind. Warum ist mir allerdings nicht klar. Klar ist mir mittlerweile aber, dass ich mir wichtige Zeit stehle, wenn ich Stille und Warten nicht zulasse.</p>
<p><em>Zu 4. Abwechslung</em></p>
<p>Dazu ist eigentlich schon was gesagt worden. Im Prinzip gilt: je mehr Abwechslung, desdo kürzer die empfundene Zeitdauer.</p>
<p><em>Zu 5. Zeitfreie Aufgaben</em></p>
<p>Das ist auch ein spannender Abschnitt. Weil er nämlich klarmacht, wie scheinbar einfach man aus gepresstem Zeitdenken herauskommt und seine verfügbare Zeit psychisch verlängert.<br />
Nämlich durch Beschäftigung mit Aufgaben, die die rechte Gehirnhälfte beanspruchen. (Für die Erkenntnis, dass sich unsere beiden Gehirnhälften mit ganz unterschiedlichen Informationen beschäftigen und diese auch unterschiedlich verarbeiten, hat der Biopsychologe Roger Sperry den Nobelpreis gewonnen.)</p>
<p>Wenn ich mich also intensiv mit Aufgaben beschäftige, die ausschließlich meine Kreativität ansprechen – wie Malen und Musik, dann kann ich das Gefühl für die Zeit verlieren. Wie ein Kind, das in ein Spiel vertieft ist. Aber Achtung: auch Malen und Musik kann die linke statt der rechten Gehirnhälfte ansprechen. Scheinbar zeitverlängernd wirkt die rechte. Niedlich finde ich, dass hier von einem R-Modus bzw. Flow-Modus gesprochen wird. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Das Kapitel 3 &#8211; die Geschichte der Uhrzeit &#8211; spare ich mir übrigens.</p>
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		<title>Zeit &#8211; so anders wie Kulturen verschieden sind (2)</title>
		<link>http://blog.noerchen.com/?p=1116</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 13:01:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>Jetzt hier auf dem Schiff hab ich wieder Zeit für die Zeit und die Betrachtungen Levines dazu.</p>
<p>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit
Das Tempo</p>
<p>Das Tempo, dass unsere Zeit bestimmt, ist an verschiedenen Orten verschieden und wird auch unterschiedlich wahrgenommen. Was wiederum von immenser Bedeutung sein kann. So zitiert Levine Alvin Toffler:</p>
<p>&#8220;&#8230; geht es in seinem Buch &#8230; <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1116">Zeit &#8211; so anders wie Kulturen verschieden sind (2)</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-745" title="Levine &quot;Eine Landkarte der Zeit&quot;" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Jetzt hier auf dem Schiff hab ich wieder <a title="zeit levine" href="http://blog.noerchen.com/?p=743" target="_blank">Zeit</a> für die Zeit und die Betrachtungen Levines dazu.</p>
<p><strong>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit<br />
Das Tempo</strong></p>
<p>Das Tempo, dass unsere Zeit bestimmt, ist an verschiedenen Orten verschieden und wird auch unterschiedlich wahrgenommen. Was wiederum von immenser Bedeutung sein kann. So zitiert Levine Alvin Toffler:</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230; geht es in seinem Buch &#8230; um das Tempo, wenn er von der seelischen Zerrüttung spricht, die durch zu starke Veränderungen in einer zu kurzen Zeitspanne hervorgerufen wird. Nicht der Schock der Veränderung an sich löst das Trauma aus, sondern die Schnelligkeit, in der sie sich vollzieht.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8230; wie wahr wie wahr. Manches wird allein erst dadurch unbegreifbar, weil es das Tempo der eigenen Verarbeitungsfähigkeit von Ereignissen und Veränderungen durchbricht.</p>
<p><strong>Was aber bestimmt das Tempo? </strong></p>
<p><em>These:   „Je gesünder die Wirtschaft eines Ortes, desdo höher sein Tempo.&#8221; </em><br />
Laut Levine ist der wesentlichste Faktor die Wirtschaft. Hm, naja. Ich denke, die norwegische Wirtschaft ist sicher nicht die ungesündeste. Trotzdem schwebt eine spürbare Ruhe und Gelassenheit durch´s Land. Das widerspräche aber obiger These. Was nun?<br />
In Ländern hoher Löhne wird die Zeit automatisch kostbar, was die Menschen zu einem wirtschaftlichen Umgang mit ihr bewegt. Aber deswegen muss das Leben ja nicht automatisch hektischer werden, wie Levine es darstellt. Ist kostbar nur materiell kostbar? Heißt wirtschaftlicher Umgang nicht einfach erstmal, dass Prioritäten genauer gesetzt werden?</p>
<p><em>These: „Je entwickelter ein Land ist, desdo weniger freie Zeit bleibt pro Tag.“</em><br />
Ist das So? Zitat „Je mehr zeitsparende Maschinen es gibt, desdo mehr steht der Mensch unter Zeitdruck.“ (Sebastian de Grazia) &#8230; Ja, den Eindruck habe ich auch. Zumindest was meine Arbeit angeht. Was da Mitte der 90-er Jahre noch per Stift und Papier gemacht wurde und heute alles superelektronisch geht, ist enorm. Es bringt jedoch nicht mehr Zeit für die gleichen Aufgaben mit sich. Warum eigentlich?</p>
<p>Levine führt Gründe an, wie:</p>
<ul>
<li>technischer Fortschritt führt zu einer Steigerung der Erwartungen</li>
<li>freie Zeit verwandelt sich in Konsumzeit, da sie, wenn nicht produziert oder konsumiert wird, als verschwendet gilt</li>
<li>die Annehmlichkeiten des modernen Lebens fordern einen hohen Tribut, nämlich den Zeitaufwand für ihre Erhaltung</li>
</ul>
<p>Ja, stimmt, Meister im Nichtstun bin ich z.B. wohl eher nicht. Nichts zu planen und sich nichts vorzunehmen für ein Wochenende, das wiederum muss ich mir glatt vornehmen. Automatisch passiert sonst das Gegenteil. Dass ein solches konsum- und produktionsfreies Wochenende echte Befreiung und Erholung bringen kann, hab ich allerdings erst durch Tobi begriffen.</p>
<p>Und ja, Besitz belastet auch, weil er erhalten werden muss. Die Reduktion auf das Wesentliche und die mir wirklich wichtigen Dinge brächte wohl tatsächlich ein Gewinn an freien Kapazitäten. Wobei ich mich da nicht als Opfer der Industrialisierung betrachten kann. Es sind die Gedankenlosigkeiten der letzten Jahrzehnte, die da überall rumstehen.</p>
<p>Und wenn ich wieder auf meine Arbeit an der Stelle zurückkomme … vielleicht durchdenken wir diese heute so anderen Arbeitsprozesse nur nicht genug, um mit steigendem technischen Fortschritt mehr Zeit zu gewinnen?</p>
<p><em>These: „Größere Städte haben ein schnelles Tempo.“</em><br />
Na sicher. Ein mehr an Möglichkeiten weckt ein Mehr an Begehrlichkeiten. Und die Wege werden oft länger. Und und und &#8230;</p>
<p>Levine bezieht sich hier auf Studien von Herbert Wright, dem australischen Psychologen Paul Amato und dem Psychologen Marc Bornschein. In Bornscheins kulturübergeifenden Studien ergab sich in zwei Testreihen eine hohe mathematische Korrelation von r= 0,91 und 0,88 (1,0 wäre der höchstmögliche Wert) zwischen der Einwohnerzahl und der Gehgeschwindigkeit der Einwohner. Faszinierend. Weil Kulturübergreifend.</p>
<p><em>These: „Heißere Orte haben ein langsameres Tempo.“</em><br />
Egal, warum, aber dem ist so lt. Levine.</p>
<p><em>These: „In individualistischen Kulturen bewegt man sich schneller als in vom Kollektivismus geprägten.“</em><br />
In den USA bewegt man sich schneller, als in Asien? Im Buch wird ausgeführt: In individualistisch geprägten Kulturen wird mehr Wert auf Leistung statt auf Zusammengehörigkeit gelegt. „Und diese Konzentration auf die Leistung führt normalerweise zu einer Zeit-ist-Geld-Einstellung, die wiederum in den Zwang mündet, jeden Augenblick irgendwie zu nutzen.“ Levines Untersuchungen haben das bestätigt. Hm.</p>
<p><em>These: „Die Zeit vergeht bei verschiedenen Menschen verschieden schnell“ (Shakespeare)</em><br />
Levine bezeichnet das als den Schlag der eigenen Trommel. Das ist ganz sicher so. Ich kenne da so einen Extremvertreter ;), bei dem ich immer das Gefühl habe, er füllt die gleiche Zeit, die auch andere haben, mit doppelt soviel Leben und Aktivität. Unklar.</p>
<p>Levine sagt aber auch: „Wir sollten diese Ergebnisse über „langsame“ und „schnelle“ Menschen jedoch nicht zu sehr verallgemeinern. Wie bei den Kulturen, so kann auch bei einzelnen Individuen das Tempo abhängig von der Zeit, vom Ort und von der Tätigkeit stark variieren.“ Was für den jeweiligen Menschen bestimmt auch immens wichtig ist.</p>
<p>In dem Buch werden an dieser Stelle eine Reihe von Fragen gestellt, mit denen man über sein eigenes Zeitverhalten nachdenken soll. Ich hab sie gelesen. Ich sag jetzt nix dazu. Noch krasser fand ich die Beschreibung der sogenannten „Eilkrankheit“ auf S.52 (noch nie gehört). Ähm, ja.</p>
<p>Symptom des selbstgeschaffenen Zeitdrucks war:</p>
<blockquote><p>„ … Verlust der Fähigkeit, angenehme Erinnerungen zu sammeln, vorallem aufgrund einer Unruhe in bezug auf kommende Ereignisse und des Nachgrübelns über Vergangenes, so dass wenig Aufmerksamkeit für die Gegenwart übrig bleibt. Die Konzentration auf die Gegenwart ist oft nur auf Krisen oder Probleme beschränkt; deshalb rufen auch die Erinnerungen, die man sammelt, meist unangenehme Situationen ins Gedächtnis zurück.“ (Ulmer und Schwartzburd “treatment of time pathologies“)</p></blockquote>
<p>Ich sitze hier grad mit Stirnrunzeln. Und ich fühle mich irgendwie ertappt. Sicher auch deswegen, weil mein Presszeitmanagment in den letzten Monaten von lieben Freunden stark kritisiert wurde, ohne, dass mir selbst der Lösungsansatz wirklich klar ist.</p>
<p>Tröstlich an dieser Stelle: Levine kritisiert, dass das Konzept der Eilkrankheit die Konsequenzen eines „Lebens auf Hochtouren“ zu stark verallgemeinert. Er kritisiert die Zwangsläufigkeit der Unterstellung, dass aus Zeitdruck Krankheit folgt. Ich will hier nicht weiter auf die Untersuchungen Levines dazu eingehen. Aber ich finde die Schlussfolgerung logisch, dass nämlich manche Menschen ein schnelles Tempo brauchen, um sich wohl zu fühlen und andere eben nicht. Und das damit die Übereinstimmung oder eben die Nichtübereinstimmung des eigenen Temperamentes mit der physischen Realität entscheidend für das Zeitempfinden, das eigene Wohlbefinden und damit für die eigene Gesundheit ist.</p>
<p>Was mich betrifft, ich bin in vielen Lebenslagen eigentlich eine echte Schnecke, ein Träumer, ein Genießer. Ich war schon immer der bessere Ausdauersportler als der Sprinter. Nur ich lebe im allgemeinen nicht danach.</p>
<blockquote><p>„Ein individuelles Tempo ist nicht automatisch gut oder schlecht. Es ist unsere ganz persönliche Angelegenheit, was wir mit der Zeit anfangen.“</p></blockquote>
<p>Das kann man einfach mal so stehen lassen. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Und Tempo ist nicht gleich Takt des eigenen Lebens. Auch wenn wir das meist nichts so deutlich in Sprache unterscheiden. Levine meint, „Takt des Lebens“ ist viel mehr; mehr als nur schnell oder langsam.</p>
<blockquote><p>„Es ist diese Überlagerung und wechselseitige Verbundenheit des Tempos mit den vielen Dimensionen der sozialen Zeit, die … den Lebenstakt ausmacht, den die Menschen erfahren.“</p></blockquote>
<p>Zu den anderen Dimensionen der sozialen Zeit kommt Levine in den folgenden Kapiteln. Was das Tempo als eine dieser Dimensionen betrifft, ist nunmehr klar, dass der Ort dies maßgeblich bestimmt und trotzdem der Mensch nicht Opfer seiner Umgebung ist. Jedenfalls nicht in letzter Konsequenz. Die Einflussfaktoren sind komplex genug, so dass es einem schon gelingen müsste, einen Lebensort zu finden, der die eigene Physis mit der Persönlichkeit des Ortes in Einklang bringt.</p>
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		<title>Zeit &#8211; so anders wie Kulturen verschieden sind (1)</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 19:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[daily]]></category>
		<category><![CDATA[literature]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Eine Landkarte der Zeit&#8221; von Robert Levine ist ein Buch, dass sich  damit beschäftigt, wie verschiedene Kulturen mit der Resource Zeit  umgehen &#8230; in dem Bewusstsein, &#8220;dass das Zeitgefühl eines Kulturkreises  tiefe Konsequenzen für das körperliche, seelische und soziale  Wohlbefinden seiner Menschen hat.&#8221;
Und genau dieser Gedanke ist es, warum mich das Thema <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=743">Zeit &#8211; so anders wie Kulturen verschieden sind (1)</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eine Lan<a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-745" title="Levine &quot;Eine Landkarte der Zeit&quot;" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>dkarte der Zeit&#8221; von Robert Levine ist ein Buch, dass sich  damit beschäftigt, wie verschiedene Kulturen mit der Resource Zeit  umgehen &#8230; in dem Bewusstsein, &#8220;dass das Zeitgefühl eines Kulturkreises  tiefe Konsequenzen für das körperliche, seelische und soziale  Wohlbefinden seiner Menschen hat.&#8221;<br />
Und genau dieser Gedanke ist es, warum mich das Thema beschäftigt.</p>
<p>Um nun den Blick zu schärfen, was genau beeinflusst den Umgang mit der  Zeit und das Empfinden in ihr und durch sie, lese ich dieses Buch. Denn Levine´s Frage: &#8220;Wieviel Kontrolle habe ich über meine Zeit?&#8221; kitzelt nach Antworten, bei denen man sich leicht etwas vormachen kann. Und im Sinne einer freien Zeiteinteilung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Qualität eines Tages zu beeinflussen, das ist die höchste aller Künste.&#8221; Thoreau</p></blockquote>
<p>Um das unterschiedliche Zeitempfinden der einzelnen Kulturen deutlich zu machen, erzählt der Autor zu Beginn von einem längeren Aufenthalt in Niteroi in Brasilien. Die Beschreibung der logisch auftretenden Konflikte im unterschiedlichen Empfinden zu Zeit und Pünktlichkeit kann man mit viel Schmunzeln lesen; mündend in die Aussage &#8220;&#8230; verlor ich allmählich die Übersicht darüber, wer zu früh und wer zu  spät kam &#8211; und das war, wie ich mit der Zeit merkte, genau die Lektion,  die ich zu lernen hatte.&#8221;</p>
<p>Die kulturellen Regeln der Pünktlichkeit sind &#8220;untrennbar mit  kulturellen Werten verknüpft&#8221;. Die Regeln der sozialen Zeit hat der  Anthropologe Edward Hall als &#8220;stumme Sprache&#8221; bezeichnet, so Levine. Jedes Kind lernt sie automatisch und doch kann man sie nirgendwo nachlesen.</p>
<p>Levine ist Sozialpsychologen und gründet seine Arbeit auf der Annahme,  &#8220;dass Orte wie Menschen eine eigene Persönlichkeit haben&#8221;. Er zitiert  den Soziologen A.Strauss: &#8220;Den ganzen Komplex des urbanen Lebens kann  man sich eher als Person vorstellen denn als spezifischen Ort, und die  Stadt kann eine ganz eigene Persönlichkeit besitzen.&#8221;<br />
Wie wahr, wie wahr. Leipzig, London, Berlin &#8230; wobei &#8220;mein&#8221; Berlin auch  ganz bestimmte Teile der Stadt sind &#8230; offenbar welche, die eine insich  homogene Persönlichkeit bilden, bei der ich mich wohlfühle.<br />
Und Orte, wo man diese Persönlichkeit nicht spüren kann, da kriecht die emotionale Leere der Stadt bis tief in mein Innerstes.</p>
<p>Doch zurück zu Levine&#8217;s Untersuchungen. Diese &#8220;&#8230; vergleichen das Lebenstempo an unterschiedlichen Orten und reichen von weiter zurückliegenden  Experimenten in Brasilien und den Vereinigten Staaten bis zu einem Vergleich von 31 verschiedenen Ländern in den letzten Jahren.&#8221; Wobei er  gleichzeitig kritische Anmerkungen zur Irreführung und Fehlverwendung  daraus entstehender Rang-Listen macht.</p>
<p>Also &#8230; ich bin am Anfang des Buches und ich bin noch immer sehr gespannt auf die Auswertung seiner Studien. Mein Bauch meint ja, dass es dem Menschen am besten geht, wenn er es  schafft, sein Leben an einem Ort zu verbringen, dessen Lebenstempo seinem  eigenen inneren Rhythmus entspricht. Aber den eigenen Lebensrhythmus erstmal  richtig zu erkennen und wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden &#8230;  das ist wohl eine echte Herausforderung.<br />
Und so hoffe ich, Levine kann bewusst machen, welche Ursachen punkto Zeit welche Wirkungen nach sich ziehen.</p>
<p>Aber am besten spricht Levine für sich selbst:</p>
<blockquote><p>&#8220;Dieses Buch ist nicht als eine Abhandlung über den &#8220;überarbeiteten Amerikaner&#8221; oder &#8220;die Zeitschraube&#8221; oder die &#8220;zwanghafte Eile&#8221; gedacht&#8230; Und es soll gewiss auch kein Ratgeber für das Zeitmanagement &#8230; sein. &#8230; Ich habe umfassenderes Interesse. In <em>Eine Landkarte der Zeit</em> möchte ich den Reichtum und die Komplexität von Ansichten über Zeit in Kulturen und Städten und bei Menschen auf der ganzen Welt zu begreifen suchen. Da die Zeit der Eckpfeiler des sozialen Lebens ist, bietet die Untersuchung der Zeitvorstellungen eines Volkes einen wertvollen Zugang zur Psyche einer Kultur, auch unserer eigenen.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Wenn ich meine Sache gut gemacht habe, wird dieses Buch auf unser eigenes Lebenstempo ein ebenso helles Licht werfen wie auf das der anderen. Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Wie wirkt sich das auf unsere Städte aus? Auf unsere Beziehungen? Auf unseren Körper und unsere Seele? Gibt es Entscheidungen, die wir getroffen haben, ohne sie uns bewusst zu machen? Gibt es alternative Tempi, die uns mehr liegen? Vielleicht lassen wir uns dazu anregen &#8230; zurückzuschauen und zu sehen, was dort wahr ist und können so, auf unsere eigene Weise zeitlichen Reichtum erlangen.&#8221;</p></blockquote>
<p>﻿</p>
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		<title>Zeit</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Sep 2010 07:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[daily]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>So ein Flughafen hat seinen eigenen Rhythmus. Was dauert &#8230; das dauert eben. So wie unser Flug nach London Luton. Eine Zeitangabe zur Verspätung folgt auf die nächste. Und wir müssen warten &#8230; musikhörend, bonbonlutschend, beobachtend und nachdenkend.</p>
<p>Dieser Flug nach Cambridge fällt in eine Zeit der Veränderung. Deswegen fliegen auch die Gedanken und sie fliegen ziemlich <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=301">Zeit</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>So ein Flughafen hat seinen eigenen Rhythmus. Was dauert &#8230; das dauert eben. So wie unser Flug nach London Luton. Eine Zeitangabe zur Verspätung folgt auf die nächste. Und wir müssen warten &#8230; musikhörend, bonbonlutschend, beobachtend und nachdenkend.</p>
<p>Dieser Flug nach Cambridge fällt in eine Zeit der Veränderung. Deswegen fliegen auch die Gedanken und sie fliegen ziemlich kreuz und quer &#8230; mal sanft in ruhigem Fahrwasser, mal total extrem.</p>
<p>Insofern ist es gut, nach Cambridge zu fliegen. Ein Wochenende, das nichts mit mir selbst zu tun hat. Es geht um Martin und ein Uni-Schnuppern zum Auslandsstudium. Das bringt andere Eindrücke und Gedanken und relativiert so das eigene Selbst. Und ich würd mich so für Martin freuen!</p>
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