<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nora´s blog &#187; Bundespräsident</title>
	<atom:link href="http://blog.noerchen.com/?feed=rss2&#038;tag=bundesprasident" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.noerchen.com</link>
	<description>panta rhei - alles fließt</description>
	<lastBuildDate>Sat, 19 Oct 2013 06:17:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=4.0.38</generator>
	<item>
		<title>Wulffs Rede</title>
		<link>http://blog.noerchen.com/?p=61</link>
		<comments>http://blog.noerchen.com/?p=61#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 14:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[history]]></category>
		<category><![CDATA[politics]]></category>
		<category><![CDATA[BRD]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Einheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.noerchen.com/?p=61</guid>
		<description><![CDATA[
Rede von Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit in Bremen
<p>03.10.2010
Bremen</p>
<p> Änderungen vorbehalten.
Es gilt das gesprochene Wort.</p>
<p>

</p>
<p>&#8220;Wir  feiern heute, was wir vor 20 Jahren erreicht haben: Einigkeit und Recht  und Freiheit für unser deutsches Vaterland. Wir erinnern uns an jenen  epochalen Tag, wie ihn ein Volk nur selten erlebt. Ich denke <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=61">Wulffs Rede</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div>
<h1>Rede von Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit in Bremen</h1>
<p><strong>03.10.2010</strong><br />
<strong>Bremen</strong></p>
<p><strong> </strong><em><strong>Änderungen vorbehalten.<br />
Es gilt das gesprochene Wort.</strong></em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="380" height="238" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Brx5y1_rm_M?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="380" height="238" src="http://www.youtube.com/v/Brx5y1_rm_M?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<em><strong><br />
</strong></em></p>
<p>&#8220;Wir  feiern heute, was wir vor 20 Jahren erreicht haben: Einigkeit und Recht  und Freiheit für unser deutsches Vaterland. Wir erinnern uns an jenen  epochalen Tag, wie ihn ein Volk nur selten erlebt. Ich denke an die  Bilder aus Berlin, in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober. An die  Menschen, die vor dem Reichstagsgebäude standen. An die gespannte  Erwartung in den Momenten vor Mitternacht. An den Klang der  Freiheitsglocke. An das Hissen der Fahne der Einheit. An die  Nationalhymne. An das Glücksgefühl. An die Tränen. An den Zusammenhalt  in diesem historischen Augenblick unserer Geschichte. Auch 20 Jahre  später erfüllt mich dies mit großer Dankbarkeit.</p>
<p>Seit 20 Jahren  sind wir wieder &#8220;Deutschland, einig Vaterland&#8221;. Doch was meint &#8220;einig  Vaterland&#8221;? Was hält uns zusammen? Sind wir zusammengewachsen, trotz  aller Unterschiede?</p>
<p>Eine erste Antwort liegt auf der Hand: Es ist die Erinnerung an unsere gemeinsame Geschichte.</p>
<p>Zu  ihr gehört, dass wir an alle denken, die diese Einheit möglich machten.  An die Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler, die beharrlich gegen  eine Diktatur Widerstand geleistet haben. Die verstorbene Bärbel Bohley  war eine von ihnen. Sie hat gezeigt, was Mut bewegen kann und hat damit  vielen Menschen Mut gegeben. &#8220;Nichts war uns zu groß, als dass wir es  nicht angepackt, nichts war uns zu klein, als dass wir uns nicht darum  gekümmert hätten.&#8221; Das war so ein Satz von ihr. Er berührt mich bis  heute. Ich verneige mich vor Bärbel Bohley. Ich verneige mich vor allen,  die für die Freiheit gekämpft haben.</p>
<p>Die Kirchen gaben dem  aufbrechenden Mut zur Freiheit ein Obdach. Viele Menschen fühlten: Es  muss sich etwas ändern. Doch damit allein ändert sich nichts. Ich muss  etwas ändern. Und es begann mit den Montagsgebeten und den  Montagsdemonstrationen. Erst gingen wenige, dann immer mehr Mutige auf  die Straßen, überall in Ostdeutschland. Es wurde zum &#8220;Wunder von  Leipzig&#8221;. Mit seiner Wucht und seinem friedlichen Verlauf war es  wirklich ein Wunder, ein Wendepunkt. Bewirkt von Menschen. Sie haben  sich selbst aus der Diktatur befreit &#8211; ohne Blutvergießen. Der  Freiheitswille der Menschen war immer da &#8211; ungebrochen. Doch jetzt war  die Zeit da. Was 1953 noch von Panzern niedergewalzt wurde, konnte 1989  nicht mehr aufgehalten werden. Das ist die historische Leistung der  Menschen. Ihr Mut hat die Welt beeindruckt.</p>
<p>Ohne die  europäische Freiheitsbewegung ist die deutsche Einigung nicht denkbar.  Nicht ohne die polnischen Arbeiter mit dem polnischen Papst im Rücken,  Johannes Paul II., der vor Ort predigte &#8220;Fürchtet Euch nicht&#8221;. Die  &#8220;Solidarnosc&#8221; hat Stück für Stück ihre Freiheit erkämpft und damit  letztlich auch unsere. Das sage ich besonders gerne hier in Bremen, der  Partnerstadt von Danzig. Nicht ohne Michail Gorbatschow, der im Zuge von  Glasnost und Perestroika den Machtanspruch der Sowjetunion aufgab, über  andere Länder zu herrschen und so Selbstbestimmung ermöglichte. Nicht  ohne die ungarische Regierung, die die Grenze als erste geöffnet hatte.  Russen, Polen, Ungarn &#8211; das war ganz große Hilfe von Freunden, von denen  wir es nicht erwarten konnten.</p>
<p>Wir erinnern an die Monate, in  denen Volkskammer und Bundestag um die vielen kleinen Schritte zur  Einheit Deutschlands rangen. Das war eine beispiellose Leistung von  Politik und Verwaltungen in beiden Teilen Deutschlands.</p>
<p>Es gab  Ängste und Widerstände. Vor allem im Ausland fragten sich viele, ob das  gut geht, wenn es ganz Deutschland wieder gut geht. Wer wollte ihnen das  verdenken, nach den von Deutschland ausgehenden Irrwegen, Schrecken und  Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Weitsichtige  Staatsmänner halfen, die Ängste und Widerstände zu überwinden: Helmut  Kohl und Hans-Dietrich Genscher gemeinsam mit Lothar de Maizière.  Wegbereiter waren Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Schmidt. Sie  alle haben Vertrauen geschaffen. Ohne dieses Vertrauen hätte es die  Wiedervereinigung so nicht gegeben. Und auch nicht ohne unsere Freunde  im transatlantischen Bündnis, die über 40 Jahre hinweg die Freiheit der  Bundesrepublik und West-Berlins garantiert hatten. Die Unterstützung der  Einigung durch George Bush sen. werden wir nie vergessen. Für all das  sind wir unendlich dankbar.</p>
<p>Deutschland konnte als Ganzes  wieder zum gleichberechtigten Mitglied der Völkergemeinschaft werden.  Wir sind umgeben von Freunden. Welch ein großes Glück &#8211; für unser Land  und für die Menschen.</p>
<p>Aus zwei Staaten wurde einer. Das war  nicht ohne Probleme. Aber es gab viel Solidarität. Westdeutsche machten  sich im Osten und für den Osten stark, mit ihrem Fachwissen, ihrem  Unternehmergeist und ihrer politischen Erfahrung. <strong>Die Ostdeutschen aber  waren es, die den allergrößten Teil des Umbruchs geschultert haben,  damit unser Land wieder zusammenfand. Sie mussten ihr Leben  gewissermaßen von<em> ganz</em> Neuem beginnen, ihren Alltag neu organisieren, Chancen  nutzen. Sie haben es getan. Mit einer unglaublichen Bereitschaft zur  Veränderung. Das ist<em> bis heute</em> nicht ausreichend gewürdigt worden.</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: line-through;">Viele  konnten ihre Hoffnungen verwirklichen &#8211; endlich reisen, wohin sie  wollten, das studieren und lesen, was sie wollten, diskutieren, was und  mit wem sie wollten, sich frei für einen Beruf entscheiden oder sich mit  ihren Ideen selbständig machen. Andere haben jahrelang um einen  persönlichen Neuanfang gerungen. Manche bis heute.</span></strong></p>
<p><strong>Gewiss ist  auch Erhaltenswertes verloren gegangen. <em>Aber</em> Unendlich Wertvolles wurde <span style="text-decoration: line-through;">jedoch </span>gewonnen: die Erfahrung der Menschen, dass sie mit ihrem Mut zur  Veränderung ihr <em>eigenes </em>Leben in Freiheit gestalten konnten. Damit haben sie <span style="text-decoration: line-through;">der</span> <em>unserer</em> deutschen Geschichte ein wichtiges Kapitel hinzugefügt. <span style="text-decoration: line-through;">Damit haben sie  aus ganz Deutschland ein anderes Deutschland gemacht. Damit haben sie  vorgelebt, wie Umbrüche zu meistern sind, für das persönliche Glück wie  für unseren Zusammenhalt.</span></strong></p>
<p><strong>Und Damit kommen wir zur zweiten Antwort  auf unsere Frage: &#8220;Deutschland, einig Vaterland&#8221;? Was heißt das heute?  20 Jahre nach der Einheit, wo wir <span style="text-decoration: line-through;">stehen wir </span>vor <span style="text-decoration: line-through;">der </span>großen Aufgabe<em>n stehen</em>, <span style="text-decoration: line-through;">mit dem</span> <em>neuen</em> Mut  zur Veränderung <em>zu finden,</em> neuen Zusammenhalt zu <em>ermöglichen</em><span style="text-decoration: line-through;">finden in Deutschland</span>, in einer  sich rasant verändernden Welt. <span style="text-decoration: line-through;">Denn in dieser Welt ist das Versprechen  alter Gewissheiten trügerisch.</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: line-through;">Unser Land ist offener geworden,  der Welt zugewandter. Vielfältiger &#8211; und unterschiedlicher. Alltag und  Lebensentwürfe haben sich gewandelt. Die Gründe kennen wir: weltweiter  Wettbewerb, globale Handelswege, neue Technologien, grenzenlose  Kommunikation, Zuzug von Einwanderern, demographischer Wandel und &#8211; ja,  auch das, neue Bedrohungen von außen.</span><em>in unserem Land</em> driften<em> in unterschiedlichen Bereichen eher </em>auseinander:  die <em>Lebenswelten </em>von Alten und Jungen; Spitzenverdienern und den<span style="text-decoration: line-through;">en</span>, die vom  Existenzminimum leben; von Menschen mit und ohne sicherem  Arbeitsverhältnis; von Volk und Volksvertretern; von Menschen  unterschiedlicher Kulturen und Glaubensbekenntnisse.</strong> Lebenswelten</p>
<p><strong><span style="text-decoration: line-through;">Manche  Unterschiede lösen Ängste aus, leugnen dürfen wir sie nicht. Doch  trotzdem kann gar nicht oft genug gesagt werden: Ein freiheitliches Land  wie unseres &#8211; es lebt von Vielfalt, es lebt von unterschiedlichen  Lebensentwürfen, es lebt von Aufgeschlossenheit für neue Ideen. Sonst  kann es nicht bestehen. Zu viel Gleichheit erstickt die eigene  Anstrengung und ist nur um den Preis der Unfreiheit zu haben.</span> <span style="text-decoration: line-through;">Das </span><em>Unser</em> Land  muss Verschiedenheit aushalten. Es muss sie wollen. Aber: Zu große  Unterschiede gefährden den Zusammenhalt. <em>Und</em> Daraus folgt für mich: Vielfalt  schätzen, Risse in unserer Gesellschaft schließen &#8211; das bewahrt vor  Illusionen, das schafft echten Zusammenhalt. Das ist Aufgabe der  &#8220;Deutschen Einheit&#8221; &#8211; </strong><strong>heute!</strong></p>
<p>1989 haben die Ostdeutschen  gerufen: &#8220;Wir sind das Volk, wir sind ein Volk!&#8221; Das rief ein  Nationalgefühl wach, das lange verschüttet war &#8211; aus nachvollziehbaren  historischen Gründen. Inzwischen ist in ganz Deutschland ein neues  Selbstbewusstsein gewachsen, ein unverkrampfter Patriotismus, ein  offenes Bekenntnis zu unserem Land, das um die große Verantwortung für  die Vergangenheit weiß und so Zukunft gestaltet. Dieses &#8211; im Sinne des  Wortes &#8211; Selbst-Bewusstsein tut uns gut. Es tut auch unserem Verhältnis  zu anderen gut: Denn wer sein Land mag und achtet, kann besser auf  andere zugehen.</p>
<p>&#8220;Wir sind ein Volk&#8221;! Dieser Ruf der Einheit  muss heute eine Einladung sein an alle, die hier leben. Eine Einladung,  die nicht gegründet ist auf Beliebigkeit, sondern auf Werten, die unser  Land stark gemacht haben. Mit einem so verstandenen &#8220;wir&#8221; wird  Zusammenhalt gelingen &#8211; zwischen denen, die erst seit kurzem hier leben,  und denen, die schon so lange einheimisch sind, dass manche vergessen  haben, dass auch ihre Vorfahren von auswärts kamen.</p>
<p>Wenn mir  deutsche Musliminnen und Muslime schreiben: &#8220;Sie sind unser Präsident&#8221; &#8211;  dann antworte ich aus vollem Herzen: Ja, natürlich bin ich Ihr  Präsident! Und zwar mit der Leidenschaft und Überzeugung, mit der ich  der Präsident aller Menschen bin, die hier in Deutschland leben.</p>
<p>Ich  habe mich gefreut über den offenen Brief einer Gruppe von Schülern mit  familiären Wurzeln in 70 verschiedenen Ländern. Sie alle sind  Stipendiaten einer Stiftung, die engagierte Jugendliche unterstützt. Sie  schreiben: &#8220;Für uns spielt keine Rolle, woher einer kommt, sondern  vielmehr, wohin einer will. Wir glauben daran, dass wir gemeinsam  unseren Weg finden werden. Wir wollen hier leben, denn wir sind  Deutschland.&#8221;</p>
<p>Natürlich spielt es eine Rolle, woher einer  kommt. Es wäre schade, wenn das nicht so wäre. Aber die entscheidende  Botschaft dieses Appells lautet: Wir sind Deutschland!</p>
<p>Wir sind  Deutschland. Ja: Wir sind ein Volk. Und weil diese Menschen mit  ausländischen Wurzeln mir wichtig sind, will ich nicht, dass sie  verletzt werden in durchaus notwendigen Debatten. Legendenbildungen,  Zementierung von Vorurteilen und Ausgrenzungen dürfen wir nicht  zulassen. Das ist in unserem ureigenen nationalen Interesse.</p>
<p>Die  Zukunft gehört den Nationen, die offen sind für kulturelle Vielfalt,  für neue Ideen und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem.  Deutschland muss mit seinen Verbindungen in alle Welt offen sein  gegenüber denen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen.  Deutschland braucht sie! Im Wettbewerb um kluge Köpfe müssen wir die  Besten anziehen und anziehend sein, damit die Besten bleiben. Meine  eindringliche Bitte lautet: Lassen wir uns nicht in eine falsche  Konfrontation treiben. Johannes Rau hat bereits vor zehn Jahren klug und  nachdenklich an uns appelliert, &#8220;ohne Angst und ohne Träumereien&#8221;  gemeinsam in Deutschland zu leben.</p>
<p>Wir haben von drei  Lebenslügen längst Abschied genommen. Wir haben erkannt, dass  Gastarbeiter nicht nur vorübergehend kamen, sondern dauerhaft blieben.  Wir haben erkannt, dass Einwanderung stattgefunden hat, auch wenn wir  uns lange nicht als Einwanderungsland definiert und nach unseren  Interessen Zuwanderung gesteuert haben. Und wir haben erkannt, dass  multikulturelle Illusionen die Herausforderungen und Probleme regelmäßig  unterschätzt haben. Verharren in Staatshilfe, Kriminalitätsraten,  Machogehabe, Bildungs- und Leistungsverweigerung. Ich habe die vielen  hundert Briefe und E-Mails gelesen, die mich zu diesem Thema erreichten.  Mich beschäftigen die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger  sehr.</p>
<p>Und dennoch, wir sind weiter, als es die derzeitige  Debatte vermuten lässt: Es ist Konsens, dass man Deutsch lernen muss,  wenn man hier lebt. Es ist Konsens, dass in Deutschland deutsches Recht  und Gesetz zu gelten haben. Für alle &#8211; wir sind ein Volk.</p>
<p>Es  gibt Hunderttausende, die sich täglich für bessere Integration  einsetzen. Viele &#8211; zum Beispiel als Integrationslotsen &#8211; freiwillig,  uneigennützig und ehrenamtlich. Unsere Kommunen leisten Beträchtliches,  wenn sich Politik und Bürger zusammentun. Alle sollen gemeinsam das Netz  weben, das unsere Gesellschaft in aller Vielfalt und trotz aller  Spannungen zusammenhält.</p>
<p>Auch wenn wir weiter sind, als es die  derzeitige Debatte vermuten lässt, sind wir ganz offenkundig nicht weit  genug. Ja, wir haben Nachholbedarf, ich nenne nur als Beispiele:  Integrations- und Sprachkurse für die ganze Familie, mehr  Unterrichtsangebote in den Muttersprachen, islamischen  Religionsunterricht von hier ausgebildeten Lehrern. Und ja, wir brauchen  viel mehr Konsequenz bei der Durchsetzung von Regeln und Pflichten-  etwa bei Schulschwänzern. Das gilt übrigens für alle, die in unserem  Land leben.</p>
<p>Zuallererst brauchen wir eine klare Haltung: Ein  Verständnis von Deutschland, das Zugehörigkeit nicht auf einen Pass,  eine Familiengeschichte oder einen Glauben verengt. Das Christentum  gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu  Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der  Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland. Vor fast 200 Jahren hat es  Johann Wolfgang von Goethe in seinem &#8220;West-östlichen Divan&#8221; zum Ausdruck  gebracht:</p>
<p>&#8220;Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.&#8221;</p>
<p>Wie  haben die Schüler gesagt? Wichtig ist, wohin einer will. Sie glauben  daran, dass wir einen gemeinsamen Weg finden. Der gemeinsame Weg braucht  Einigkeit über das gemeinsame Ziel.</p>
<p>Jetzt zur dritten Antwort  auf unsere Ausgangsfrage. &#8220;Deutschland, einig Vaterland&#8221; &#8211; zu Hause zu  sein in diesem Land: das heißt, unsere Verfassung und die in ihr  festgeschriebenen Werte zu achten und zu schützen: Zuallererst die Würde  eines jeden Menschen, die Meinungsfreiheit, die Glaubens- und  Gewissensfreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Sich an  unsere gemeinsamen Regeln zu halten und unsere Art zu leben, zu  akzeptieren. Wer das nicht tut, wer unser Land und seine Werte  verachtet, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen &#8211; das gilt für  fundamentalistische ebenso wie für rechte oder linke Extremisten.</p>
<p>Wir  erwarten zu Recht, dass jeder sich nach seinen Fähigkeiten einbringt in  unser Gemeinwesen. Wir verschließen nicht die Augen vor denjenigen, die  unseren Gemeinsinn missbrauchen. &#8220;Unser Sozialstaat ist kein  Selbstbedienungsladen ohne Gegenleistungsverpflichtung&#8221;, so schlicht und  richtig hat es die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ausgedrückt.  Und weiter: &#8220;Wenn die Menschen staatlich alimentiert werden, darf die  Gemeinschaft erwarten, dass die Kinder wenigstens in die Schule  geschickt werden, damit sie einen anderen Weg einschlagen und in ihrem  späteren Leben auf eigenen Beinen stehen.&#8221;</p>
<p>Wir achten jeden,  der etwas beiträgt zu unserem Land und seiner Kultur. Es gibt die  Ärztin, den Deutschlehrer, den Taxifahrer, die Fernsehmoderatorin, den  Gemüsehändler, den Fußballspieler, den Filmemacher, die Ministerin und  viele weitere Beispiele gelungener Integration.</p>
<p>Wir können  stolz sein auf unsere kulturellen, wissenschaftlichen und  wirtschaftlichen Leistungen. Vor allem auf das soziale Klima in unserem  Land, auf Toleranz, Kompromissfähigkeit und Solidarität. Das hat uns  auch in der Wirtschaftskrise geholfen. Gewerkschaften, Arbeitgeber,  Beschäftigte &#8211; alle haben gezeigt: Die Kraft zum Ausgleich, zum  Verhandeln, zu einfallsreichen Lösungen, die Kraft zum Zusammenhalt, die  Kraft zum Konsens &#8211; das ist Deutschland.</p>
<p>Neuer Zusammenhalt in  der Gesellschaft ist nur möglich, wenn sich kein Stärkerer entzieht und  kein Schwächerer ausgegrenzt wird. Wenn jeder in Verantwortung genommen  wird und jeder verantwortlich sein kann.</p>
<p>Wer lange vergeblich  nach Arbeit sucht, sich von einem unsicheren Job zum nächsten hangeln  muss, wer das Gefühl hat, nicht gebraucht zu werden und keine  Perspektive erhält, der wird sich enttäuscht von dieser Gesellschaft  abwenden.</p>
<p>Wer sich zur Elite zählt, zu den Verantwortungs- und  Entscheidungsträgern, und sich seinerseits in eine eigene abgehobene  Parallelwelt verabschiedet &#8211; auch der wendet sich von dieser  Gesellschaft ab. Leider haben wir genau dies erlebt. Niemand sollte  vergessen, was er auch dem Zufall seiner Geburt und unserem Land zu  verdanken hat &#8211; und er sollte es als seine Pflicht begreifen, unserem  Gemeinwesen etwas zurückzugeben.</p>
<p>Die immer zahlreicheren  Älteren bringen viel Gutes ein. Viele wollen über die Altersgrenzen  hinaus in ihrem Beruf arbeiten, aber mit etwas weniger Stunden. Das  müssen wir möglich machen. Andere engagieren sich ehrenamtlich, bringen  ihr Wissen und ihre Erfahrung ein &#8211; warum nicht auch in einem  freiwilligen sozialen Jahr für Ältere?</p>
<p>Wie sieht eine  Gesellschaft aus, in der sich niemand überflüssig fühlt und die  niemanden überflüssig macht? Wie können die integriert werden, die schon  seit vielen Jahren keine Arbeit mehr haben? Wie können die teilhaben,  denen wegen einer Behinderung nicht die gleichen Möglichkeiten offen  stehen wie anderen?</p>
<p>Die erfolgreichste Art, den Zusammenhalt zu  stärken, ist, anderen zu vertrauen und ihnen etwas zuzutrauen. Menschen  können so vieles erreichen, wenn jemand an sie glaubt und sie  unterstützt. Das habe ich immer wieder erlebt. In der Kinderkrippe  meines Sohnes, in der behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam  betreut werden, ist ein kleiner Junge. Seinen Eltern wurde wegen dessen  Behinderung vorhergesagt: Er wird nur krabbeln können. Jetzt kann er  laufen. Durch neuartige, früh- und heilpädagogische Förderung. Und weil  die Eltern und Erzieherinnen ihn unterstützt und ihm etwas zugetraut  haben und er von anderen Kindern lernen konnte.</p>
<p>Wir müssen bei  den Kindern anfangen. Wie viele einst an die Einheit geglaubt haben,  obwohl sie in weiter Ferne lag, müssen wir uns Ziele stecken, die weit  entfernt scheinen, aber erreichbar sind: Kein Kind soll ohne gute  Deutschkenntnisse in die Schule kommen. Kein Kind soll die Schule ohne  Abschluss verlassen. Kein Kind soll ohne Berufschance bleiben. Es sind  unsere Kinder und Jugendlichen, um die es hier geht. Sie sind das  Wertvollste, was wir haben.</p>
<p>Manches kostet keinen Cent, nur  Zeit und Zuwendung: mit einem Kind &#8211; nicht nur mit dem eigenen &#8211; etwas  unternehmen, ihm etwas vorlesen, ihm zuhören. Wir brauchen Eltern, die  ihren Kindern sagen: Strengt Euch an! Wir brauchen mehr Lob und  Unterstützung für Lehrerinnen und Lehrer, die sagen: Wir geben nicht auf  in unserem Bemühen, jedes einzelne Kind zu fördern und auf den Weg zu  bringen. Wir brauchen mehr Unternehmen, die sagen: Wir geben den vielen,  die es sich verdient haben, eine Chance &#8211; egal ob er oder sie nun  Schulze oder Yilmaz heißt, Kinder hat oder nicht, als zu jung oder zu  alt gilt.</p>
<p>Viele, die trotz Widrigkeiten in eine gute Zukunft  gehen konnten, verdanken das Menschen, die ihnen in entscheidenden  Momenten geholfen haben. Ich selbst habe Lehrer und Nachbarn gehabt, die  mir geholfen haben, als meine Mutter erkrankte. Einfach so. Der Vater  der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, hat es so ausgedrückt: &#8220;Alles  Große in unserer Welt entsteht nur, weil jemand mehr tut, als er muss&#8221;.</p>
<p>&#8220;Wir  sind das Volk&#8221;: mit diesen vier Worten haben Menschen, die  zusammengehalten haben, ein ganzes Regime hinweggefegt. Jeder, der dies  gerufen hat, hat das Gefühl der Ohnmacht überwunden, hat sich für  zuständig erklärt und Verantwortung übernommen. Unsere Kinder sollen die  Geschichte unseres Landes und den unschätzbaren Wert der Freiheit, der  Verantwortung, der Gerechtigkeit verstehen.</p>
<p>Sie sollen  erfahren, wie wichtig es ist, die Aufgaben der Zukunft gemeinsam mit  anderen anzupacken. Ängste vor Fremdem, Neuem und Konkurrenz nicht  abtun, aber dann umso beherzter und mutiger die Zukunft angehen. Angst  ist ein schlechter Ratgeber.</p>
<p>Mit der Europäischen Union haben  wir ein wunderbares Modell dafür geschaffen, wie Kooperation gelingen  kann. &#8220;In Vielfalt geeint&#8221; ist zu Recht das europäische Motto, nach dem  wir eine beispiellose Integration von Nationalstaaten geschaffen haben.  Es zeigt der ganzen Welt: Wir Europäer haben aus der Geschichte gelernt!  Die drängenden globalen Zukunftsfragen wie Klimaschutz,  Armutsbekämpfung, Terrorabwehr und Neuordnung der Finanzmärkte müssen  wir als Europäer gemeinsam angehen. Die Welt verändert sich.  Aufstrebende Länder nehmen die ihnen zustehenden Plätze ein. Wir  Europäer müssen an einer Weltordnung mitarbeiten, in der wir uns auch  dann noch wohlfühlen, wenn unser relatives Gewicht abnimmt. Es gibt viel  Kritik an Europa. Ich werde nicht aufhören, mich für Europa  einzusetzen.</p>
<p>Für unser Land hat sich am 3. Oktober 1990 eine Hoffnung erfüllt.</p>
<p>Gleichzeitig  haben wir an diesem 3. Oktober eine einmalige Chance zum Neuanfang  bekommen. Wir haben diese Chance genutzt. Lassen Sie uns alle zusammen  stolz sein auf das Erreichte. Aber wir sind nicht fertig. Es geht darum,  die Freiheit zu bewahren, die Einheit immer wieder zu suchen und zu  schaffen. Es geht darum, dieses Land zu einem Zuhause zu machen &#8211; für  alle; sich einzusetzen für gerechte Verhältnisse &#8211; für alle. Dieses Land  ist unser aller Land, ob aus Ost oder West, Nord oder Süd und egal  welcher Herkunft. Hier leben wir, hier leben wir gern, hier leben wir in  Frieden zusammen &#8211; hier stehen wir ein für Einigkeit und Recht und  Freiheit.</p>
<p>Wir gehen mit Mut und Zuversicht nach vorne. Die vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, was wir gemeinsam schaffen können.</p>
<p>Wir sind &#8211; im doppelten Sinne des Wortes &#8211; zusammengewachsen und zusammen gewachsen.</p>
<p>Gott schütze Deutschland.&#8221;</p>
<p>Quelle: <a title="wulff rede 03.10.2010" href="http://www.bundespraesident.de/" target="_blank">www.bundespraesident.de</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.noerchen.com/?feed=rss2&#038;p=61</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Wahl v.Bg.</title>
		<link>http://blog.noerchen.com/?p=327</link>
		<comments>http://blog.noerchen.com/?p=327#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 12:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[politics]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.noerchen.com/?p=327</guid>
		<description><![CDATA[<p>Der Spiegel 14.15 heute aktuell:</p>
<p>Das reicht lange nicht! Zack &#8211; Was für eine Ohrfeige für Christian Wulff, Angela Merkel und ihre Koalition. Etliche U-Boote in den eigenen Reihen schießen gegen den Kandidaten. Die Gesichter von Merkel und Co. sprechen Bände. offenbar ist der Unmut bei Schwarzen und Gelben doch groß.</p>
<p>Die faznet:</p>
<p>Wulff erreichte 600 Stimmen, der frühere <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=327">Die Wahl v.Bg.</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Spiegel 14.15 heute aktuell:</p>
<blockquote><p>Das reicht lange nicht! Zack &#8211; Was für eine Ohrfeige für Christian Wulff, Angela Merkel und ihre Koalition. Etliche U-Boote in den eigenen Reihen schießen gegen den Kandidaten. Die Gesichter von Merkel und Co. sprechen Bände. offenbar ist der Unmut bei Schwarzen und Gelben doch groß.</p></blockquote>
<p>Die faznet:</p>
<blockquote><p>Wulff erreichte 600 Stimmen, der frühere Beauftragte für die Stasi-Unterlagenbehörde, Joachim Gauck, erreichte 499, 37 mehr als SPD und Grüne Stimmen haben.</p></blockquote>
<p>Fein!</p>
<p>Nachtrag aus dem Spiegel:</p>
<blockquote><p>Westerwelle: &#8220;Ich kann ihnen mitteilen, dass die FDP-Fraktion soeben in einer Sitzung beschlossen hat, das wir auch im zweiten Jahrgang geschlossen Christian Wulff wählen werden. Wie bitte? Geschlossen? Auch im zweiten Wahlgang? Hatten da nicht ein paar aus Sachsen angekündigt, für Herrn Gauck zu stimmen &#8211; in allen Wahlgängen?<em> </em></p></blockquote>
<p>Oh Mann &#8230; Guido wieder &#8230; ist das schade um die FDP.</p>
<p>Nachtrag 2: Das ZDF hat sich nach dem ersten Wahlgang desinteressiert aus der Liveübertragung verabschiedet und bringt jetzt &#8220;Die Küchenschlacht&#8221;. &#8230; wie passend ^^</p>
<p>Nachtrag 3: ZDF sendet wieder live!</p>
<p>Nachtrag 4: Es kommt zum dritten Wahlgang! <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> das Ergebnis aus dem Spiegel:</p>
<blockquote><p><strong>[17.08] Diesmal fehlen Wulff 8 Stimmen</strong></p>
<p>Es sind mehr Stimmen als im ersten Wahlgang, doch es reicht wieder nicht: Christian Wulff fällt auch in der zweiten Runde durch. 615 Stimmen sind es diesmal, 15 mehr als beim ersten Mal. die Marke für die absolute Mehrheit bei 623 Stimmen verfehlt er aber deutlich. Konkurrent Gauck kommt jetzt auf 490, 9 Stimmen weniger als im ersten Durchgang. Jochimsen hat 123 Stimmen, drei weniger. Der Rechtsextremist Rennicke, aufgestellt von der NPD, erhält wieder die drei Stimmen seiner Partei. Sieben Wahlleute haben sich enthalten, eine Stimme war ungültig. 1239 Stimmen wurden abgegeben, 2 weniger als im ersten Wahlgang.</p></blockquote>
<p>Hach ja &#8230; ich muss mich jetzt vom www mit seinen Zeitungen und Live-Streams losreißen. Ist das hart.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.noerchen.com/?feed=rss2&#038;p=327</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pressearbeit v.Bg.</title>
		<link>http://blog.noerchen.com/?p=340</link>
		<comments>http://blog.noerchen.com/?p=340#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 06:03:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[history]]></category>
		<category><![CDATA[politics]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.noerchen.com/?p=340</guid>
		<description><![CDATA[<p>Pressearbeit im besten Sinne bekommt Joachim Gauck derzeit scheinbar querbeet geliefert. Ich bin neugierig, wie sich das bis zur Wahl entwickelt.</p>
<p>So wird heute wiederholt in der FAZ.NET über Gauck berichtet, gepaart mit deutlicher Kritik an der Bundesregierung. Wie stand es mit dem Krisenmanagement der Kanzlerin beim Rücktritt Köhlers?</p>
<p>Völlig verwegen klang die von Ulrich Wickert formulierte, dabei <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=340">Pressearbeit v.Bg.</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Pressearbeit im besten Sinne bekommt Joachim Gauck derzeit scheinbar querbeet geliefert. Ich bin neugierig, wie sich das bis zur Wahl entwickelt.</p>
<p>So wird heute wiederholt in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc%7EE57801155E9D34751948D5D2DC33A23E7%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_self">FAZ.NET </a>über Gauck berichtet, gepaart mit deutlicher Kritik an der Bundesregierung. Wie stand es mit dem Krisenmanagement der Kanzlerin beim Rücktritt Köhlers?<img title="Weiterlesen..." src="http://blog.darby42.net/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<blockquote><p>Völlig verwegen klang die von Ulrich Wickert formulierte, dabei doch von schlichtem Common Sense getragene Frage, warum sich die Bundeskanzlerin nicht einfach auf den Weg gemacht habe zu Horst Köhler am Montag, um einen solch historischen Entschluss nicht am Telefon, sondern persönlich zu besprechen, selbst um den Preis eines mutwillig verwirbelten Zeitplans und Protokolls?</p></blockquote>
<p>Das hätte ich angemessen empfunden. Aber vielleicht ist unseren Regierenden derzeit schlicht alles zu viel?</p>
<blockquote><p>Am Abend des Rücktritts immerhin erklärte sie, seltener Moment der Wahrheit, so etwas wie ihre Regierungsphilosophie: Jede Krise, die auf den Tisch kommt, nacheinander wegmeistern!</p></blockquote>
<p>Ist das jetzt Zweckoptimismus oder schon stoisches Verhalten, was man eigentlich, sorry, eher von Eseln kennt?</p>
<p>Ich finde, dem Summa Summarum der FAZ.NET zur obigen Regierungs-Merkel-Philsosophie ist nichts hinzuzusetzen:</p>
<blockquote><p>Das wäre das perfekte Motto für einen Unfallchirurgen, mit dem feinen Unterschied, dass die ihre Krisen nicht auch noch selbst verursachen. Dieses Vor-sich-hin-Krisen-Lösen passt zum Bild einer autistischen und alienhaften Regierung, einem Bild, das von den gesammelten Talkshowbewohnern inzwischen fraglos akzeptiert wird. Wenn jemand zwischen den Politikern und den Menschen unterscheidet, wird er gar nicht mehr korrigiert. Die dramatische Krise, der Burn-out, wie er Horst Köhler von Beobachtern attestiert wurde, ist das eine Erscheinungsbild der Depression – das freudlose, trauerlose Immerweitermachen ist das andere.</p></blockquote>
<p>Wie hat Edmund Stoiber gestern bei Anne Will verkündet? Die CDU/CSU hat legitim einen Kandidaten aufgestellt und man wird ihn auch wählen. Warum gibt´s dann eigentlich eine Wahl? Das fragt sich Stoiber wohl eher nicht.</p>
<p>Insofern bin ich sehr gespannt, wie die Pressearbeit weitergeht und ob leitende CDU/CSU-Politiker auch konservative Presse noch lesen und dabei auch denken können, oder ob Depression oder Parteidoktrin kritisches Denken und Handeln schon plattgebügelt haben.</p>
<p>Anmerkung am Rande: Dass es Denkende noch gibt und wie sie Gauck als Wahlvorschlag bewerten, zeigt z.b. der <a href="http://brandenstein-blog.blogspot.com/" target="_self">Blog</a> einen Guttenberg-Nahen. Ich muss sagen, so hatte ich das noch gar nicht gesehen &#8230; Gauck als Bollwerk gegen die Linke. Mir wär das zu einfach. Und wenn ich an die gestrigen Aussagen von Oskar Lafontaine bei Anne Will denke, ist es auch leicht lächerlich. Wobei ich die Meinung von Herrn von Brandstein zur Linken nicht teile. Aber immerhin, es denkt einer kritisch über die Kandidaten nach.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.noerchen.com/?feed=rss2&#038;p=340</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
