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	<title>nora´s blog &#187; literature</title>
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	<description>panta rhei - alles fließt</description>
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		<title>Friedrich Engels v. Tristram Hunt</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2012 21:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ein faszinierendes Buch über einen faszinierenden Menschen. Eines, dass sich sprachlich nicht leichtfüßig lesen lässt. (Diagonal-Lesen is&#8217; nich&#8217;.) Eines, bei dem Geschichtskenntnisse vorteilhaft sind &#8230; Kenntnisse, die eher dürftig ausgeprägt sind bei mir.
Also lese ich für meine Verhältnisse megalangsam &#8230; und lege es doch ungern zur Seite. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei einem <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1705">Friedrich Engels v. Tristram Hunt</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein faszinierendes <a href="http://www.amazon.de/gp/product/354907378X?ie=UTF8&#038;force-full-site=1&#038;ref_=aw_bottom_links">Buch</a> über einen faszinierenden Menschen. Eines, dass sich sprachlich nicht leichtfüßig lesen lässt. (Diagonal-Lesen is&#8217; nich&#8217;.) Eines, bei dem Geschichtskenntnisse vorteilhaft sind &#8230; Kenntnisse, die eher dürftig ausgeprägt sind bei mir.<br />
Also lese ich für meine Verhältnisse megalangsam &#8230; und lege es doch ungern zur Seite. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei einem Buch so oft innegehalten habe, um die Jahresangaben und besprochenen Personen nachzuspüren und den Zusammenhang zu verinnerlichen. &#8220;Ach so?&#8221; kommt da ziemlich oft in Gedanken.<br />
Doch anders kann man wohl nicht eintauchen in Zeit und Umfeld.<br />
So beinhaltet dieses Buch gerade wegen der Fülle an Zeitgeschehensbeschreibung eine sehr lebendige und farbige Biographie. Spannend!</p>
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		<title>Der alte König in seinem Exil</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 20:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p></p>
<p>Hier in London bin ich endlich dazu gekommen, dieses Buch zu Ende zu lesen. Ein wunderbares Buch. Es wird sicher nicht das letzte sein, dass ich von Arno Geiger lese. </p>
<p>Es wird geschrieben in einer Lebensphase des Autors, in der die Alzheimererkrankung des Vaters erst offenbar und dann schlechter wird und ein Umgang damit gefunden werden <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1617">Der alte König in seinem Exil</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/06/20120614-211420.jpg"><img src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/06/20120614-211420.jpg" alt="20120614-211420.jpg" class="alignnone size-full" /></a></p>
<p>Hier in London bin ich endlich dazu gekommen, dieses Buch zu Ende zu lesen. Ein wunderbares Buch. Es wird sicher nicht das letzte sein, dass ich von Arno Geiger lese. </p>
<p>Es wird geschrieben in einer Lebensphase des Autors, in der die Alzheimererkrankung des Vaters erst offenbar und dann schlechter wird und ein Umgang damit gefunden werden muss.<br />
Angesichts des Umstandes, dass der erkrankte Vater vier und nicht nur ein Kind hat &#8211; was die Betreuung und Bewältigung auf mehr als eine Schulter verteilt &#8211; und, da Arno Geiger sich seine Zeit und seine Arbeitsorte freier wählen und gestalten kann als der Durchschnittsbürger, intensiviert sich in dieser Zeit das Verhältnis beider zueinander. Arno Geiger lässt sich auf den kranken Vater ein. Dabei ergeben sich Zugänge zum Verständnis des Menschen, der der Vater ist, die erden. </p>
<p>Dieses Buch zeigt, wie man auf eine sehr menschliche Weise mit Kranken umgehen kann; wie man sich gegenüber jemandem verhalten kann, der nicht anders sein kann als er ist; wie man auf Augenhöhe liebevoll mit ihm leben und kommunizieren kann &#8230; auch dann, wenn seine Lebenswelt nicht als die Richtige empfunden wird. Ein wunderbar untheatralisch, mit Wärme geschriebenes Buch. Lesenswert!</p>
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		<title>London, ich freu mich auf Dich!</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 22:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p></p>
<p>Der Verlag &#8220;Reise Know-How&#8221; war schon immer eine gute Adresse für interessante Reise- und Sprachführer. Die sind auch nötig. Zumindest bei mir.  Mein früher einwandfreies Englisch ist ein williges Opfer der allgemeinen Verdrängung in meinem Kopf geworden. Und so erinnern meine Grammatik- und Vokabelkenntnisse derzeit eher an einen verschwommenen Geist, wie den &#8220;kopflosen Nic&#8221;, als <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1555">London, ich freu mich auf Dich!</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/02/20120202-230442.jpg"><img class="alignnone size-full" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/02/20120202-230442.jpg" alt="20120202-230442.jpg" /></a></p>
<p>Der Verlag &#8220;Reise Know-How&#8221; war schon immer eine gute Adresse für interessante Reise- und Sprachführer. Die sind auch nötig. Zumindest bei mir. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /> Mein früher einwandfreies Englisch ist ein williges Opfer der allgemeinen Verdrängung in meinem Kopf geworden. Und so erinnern meine Grammatik- und Vokabelkenntnisse derzeit eher an einen verschwommenen Geist, wie den &#8220;kopflosen Nic&#8221;, als an etwas, was Struktur und Körper hat.<br />
Das wird sich ändern! Sehr hilfreich ist da der Glaube. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /> Nein, nicht an Gott, sondern zum Einen an &#8220;genug Zeit&#8221; und zum Anderen an die machbare Lesegeschwindigkeit und mein Aufnahmevermögen. Ich hab immerhin gut 4 Monate zur Bewältigung dieses kleinen Büchleins von 144 Seiten. Lächerlich. Nunja &#8230; das wohl eher weniger. Doch ich bin optimistisch. Schließlich hab ich Wallanders letzten Fall &#8211; &#8220;Der Feind im Schatten&#8221; v. Henning Mankell &#8211; gestern an einem Tag verschlungen. Geht also noch. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> Und vielleicht finden sich unter dem Feld des Vergessens ja auch noch genug Bröckchen der Erinnerung. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /><br />
&#8230;<br />
Alles eine Frage der Motivation. Ich freu mich auf 10 Tage London!!! <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> Und wiiiie!!! <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
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		<title>Altwerden ist nichts für Feiglinge</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:19:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ich war schon immer ein Fan von Fuchsberger. Ein toller Entertainer und Schauspieler. Die Edgar-Wallace-Verfilmungen &#8230; Kult! &#8230; huhhh &#8230; *fröhlich-grusel*</p>
<p>Dass er auch Texte für Sänger schrieb und sein so erfolgreich scheinendes Leben gar nicht so geradlinig verlief, das wusste ich nicht.</p>
<p>Alles nachzulesen in &#8220;Altwerden ist nichts für Feiglinge&#8221;. Ein schönes Buch. Nicht zwingend nur eins <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1538">Altwerden ist nichts für Feiglinge</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/01/P10206781.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1549" title="P1020678" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2012/01/P10206781-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich war schon immer ein Fan von Fuchsberger. Ein toller Entertainer und Schauspieler. Die Edgar-Wallace-Verfilmungen &#8230; Kult! &#8230; huhhh &#8230; *fröhlich-grusel*</p>
<p>Dass er auch Texte für Sänger schrieb und sein so erfolgreich scheinendes Leben gar nicht so geradlinig verlief, das wusste ich nicht.</p>
<p>Alles nachzulesen in &#8220;Altwerden ist nichts für Feiglinge&#8221;. Ein schönes Buch. Nicht zwingend nur eins für alte Menschen, auch wenn man es manchem Zeitgenossen gern als Anstoß zur Selbstbesinnung unter die Nase halten möchte. Es ist ein manchmal fröhlich, manchmal nachdenklich, vorallem aber frei-schnauze geschriebenes Buch über die Wichtigkeiten und Unwichtigkeiten des Lebens; ein Buch über das Setzen von Prioritäten und den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten beim Älterwerden. Und auch ein bekennend eitler Mann kann offenbar zu der Erkenntnis kommen, man solle sich selber nicht so wichtig nehmen und aus dem, was ist, das Beste machen. Danke, Blacky &#8230; sehr kurzweilig erzählt!</p>
<blockquote><p>Mein Lebensmotto war und ist: Über Hürden springst du, wenn du vor ihnen stehst, nicht vorher, wenn du sie noch gar nicht siehst. Wer am Start an die Gefahren des Rennens bis ans Ziel denkt, kann es nicht gewinnen.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Natur</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 18:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Ein chinesischer Akupunkteur sah die Buche in meinem Garten. Er sprach kein Wort deutsch, seine Frau übersetzte: &#8220;Meine Nadeln können dir helfen, aber viel besserer Doktor ist Baum. Umarme Baum und rede mit ihm! Sag, er soll dir Kraft abgeben. Leg die Stirn an die Rinde und hör, wie sein Blut fließt, dann spürst du auch <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1535">Natur</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Ein chinesischer Akupunkteur sah die Buche in meinem Garten. Er sprach kein Wort deutsch, seine Frau übersetzte: &#8220;Meine Nadeln können dir helfen, aber viel besserer Doktor ist Baum. Umarme Baum und rede mit ihm! Sag, er soll dir Kraft abgeben. Leg die Stirn an die Rinde und hör, wie sein Blut fließt, dann spürst du auch deins, und Schmerzen fliehen!&#8221;<br />
Ich habe das gemacht, und die Schmerzen waren wie verflogen.&#8221;<br />
&#8211; Joachim Fuchsberger &#8211; </p></blockquote>
<p>Die Energie der Bäume &#8230; davon hab ich heut schonmal gehört &#8230; und eben, wie oben, gelesen.</p>
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		<title>&#8230; der Nachtzug</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 20:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Pascal Mercier]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>&#8220;In Wahrheit ist die Dramatik einer lebensbestimmenden Erfahrung oft von unglaublich leiser Art. Sie ist dem Knall, der Stichflamme und dem Vulkanausbruch so wenig verwandt, dass die Erfahrung im Augenblick, wo sie gemacht wird, oft gar nicht bemerkt wird. Wenn sie ihre revolutionäre Wirkung entfaltet und dafür sorgt, dass ein Leben in ein ganz neues Licht <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1472">&#8230; der Nachtzug</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;In Wahrheit ist die Dramatik einer lebensbestimmenden Erfahrung oft von unglaublich leiser Art. Sie ist dem Knall, der Stichflamme und dem Vulkanausbruch so wenig verwandt, dass die Erfahrung im Augenblick, wo sie gemacht wird, oft gar nicht bemerkt wird. Wenn sie ihre revolutionäre Wirkung entfaltet und dafür sorgt, dass ein Leben in ein ganz neues Licht getaucht wird und eine vollkommen neue Melodie bekommt, so tut sie das lautlos, und in dieser wundervollen Lautlosigkeit liegt ihr besonderer Adel.&#8221;</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Geschichten, die die anderen über einen erzählen, und die Geschichten, die man über sich selbst erzählt: welche kommen der Wahrheit näher? &#8230; Gibt es bei solchen Geschichten überhaupt einen Unterschied zwischen wahr und falsch? &#8230; Ist die Seele ein Ort von Tatsachen? Oder sind die vermeintlichen Tatsachen nur trügerische Schatten unserer Geschichten?&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Das Glück der Unerreichbarkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 07:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Das Buch mit selbigem Titel von Miriam Meckel war in Griff aus meinem &#8220;ich-will-dich-noch-lesen&#8221;-Bücherregal. Schön, so ein Regal. </p>
<p>In dem Buch geht es darum, dass wir zwar mitten drin sind in sich rasant entwickelnden Kommunikationsformen, dass wir sie technisch beherrschen &#8230; aber dass wir mitnichten so damit leben, dass es uns nicht quasi entsozialisiert, uns von <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1429">Das Glück der Unerreichbarkeit</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch mit selbigem Titel von Miriam Meckel war in Griff aus meinem &#8220;ich-will-dich-noch-lesen&#8221;-Bücherregal. Schön, so ein Regal. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>In dem Buch geht es darum, dass wir zwar mitten drin sind in sich rasant entwickelnden Kommunikationsformen, dass wir sie technisch beherrschen &#8230; aber dass wir mitnichten so damit leben, dass es uns nicht quasi entsozialisiert, uns von uns selbst entfernt und uns einfach nicht nur stresst. Sich darum Gedanken zu machen, wie man mit dieser ständigen Erreichbarkeit für sich vernünftig lebt, dazu will dieses Buch anregen. Es fragt nach dem &#8220;Warum&#8221;.</p>
<p>Was soll ich sagen &#8230; ich bin am Anfang und hab keine Plan.</p>
<p>Als ich den ersten Absatz des Abschnittes &#8220;Digitale Bohème&#8221; auf Seite 11 erreicht hatte und nur noch nicken musste, da hab ich beschlossen, weiter zu lesen. (Davor wurde eine Situation beschrieben, die an vielen Tagen etwas völlig Normales für mich ist: ich will zwischen verschiedenen Terminen etwas erledigen, das Telefon klingelt ständig wegen Dingen, die entweder nicht sein müssen oder aber an der Stelle eh nicht richtig klärbar sind und am Ende komme ich nicht zu dem, was ich machen will oder muss &#8230; und der Reizpegel steigt.)</p>
<blockquote><p>&#8220;An jenem Tag habe ich festgestellt, dass ich etwas ändern musste. Etwas war mit mir während der vergangenen Jahre geschehen. Ich war zu jener Spezies Mensch mutiert, die angeblich alles gleichzeitig kann. Ich war geworden, was ich nie sein wollte: ein Simulatant.<br />
Irgendwann in den zwei Jahren vor dieser Szene im Lampenladen muss es einen Punkt gegeben haben, den ich selbst nicht bemerkte. Den Zeitpunkt nämlich, als die Kommunikationsanforderungen, die von außen an mich herangetragen wurden, begannen, meine eigene Lebensgestaltung zu bestimmen und meine eigene Kommunikationslogik zu überlagern. Als ich anfing, auf Informationen nur noch zu reagieren, statt nach meinen Wünschen und Vorstellungen zu kommunizieren. Als die kommunikative Vernetzung ein Wert an sich geworden war und nicht mehr Mittel zum Zweck der Verständigung. Als ich zuließ, dass die Technik mein soziales Leben bestimmt &#8211; und nicht umgekehrt. Ich war immer online, immer auf Stand-by und immer erreichbar. Aber eigentlich war ich nie mehr richtig da.<br />
Wohlwollend betrachtet, war ich zu einem Exemplar der Spezies Mensch geworden, die einen neuen Lebenstrend definiert: das virtuelle mobile ich. &#8230;. die digitale Bohème.&#8221;</p></blockquote>
<p>So mittendrin kommen Sätze wie:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>&#8220;Wer technisch angeschlossen ist, ist nicht zwangsläufig auch sozial angebunden.</li>
<li>Wer immer erreichbar ist, ist eigentlich für nichts und niemanden wirklich da.&#8221;</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Ich hab hier die erste Auflage vom Januar 2009 vor mir. Und wenn ich mich richtig erinnere, begann mein eigentlicher persönlicher Einstieg in die virtuelle Kommunikation Ende 2007. Stets Erreichbar (per Telefon und Fax) war ich aber schon vorher. Denn mit meinem Jobwechsel 1995 nach Dessau waren Erreichbarkeit und fließende Übergänge von Job zu Privat grundlegende Elemente des Alltags geworden.</p>
<p>Und damit keine Missverständnisse aufkommen &#8230; die Autorin verteufelt die mobile Kommunikation nicht. Es gibt ja auch genug Vorzüge von SMS, Mail, Facebook und Co.. Denn es ist eben nicht die Technik selbst, die uns zur ständigen Erreichbarkeit drängt. Sie macht sie nur möglich. Die permanente Erreichbarkeit &#8220;&#8230; setzt uns unter einen hohen Kommunikationsdruck, bahnt uns zugleich den Weg zu Anerkennung und Wertschätzung.&#8221; Sie behauptet zudem:  &#8220;Aufmerksamkeit ist die neue Währung unserer Zeit.&#8221;<br />
Es geht also um Wahrnehmung, darum, dass andere mich wahrnehmen? Oh.</p>
<p>Den Einstieg in die weiteren Betrachtungen macht die Autorin mit der Aussage, wir bräuchten eine &#8220;kluge Unerreichbarkeit&#8221;. &#8220;Sie gwährt uns Zeiten der Ruhe, des Abschaltens und der Konzentration.&#8221; &#8230; Aha. Ja, und?</p>
<p>&#8220;Wir müssen Bedingungen schaffen, dass Phasen der Vernetzung und des Informationsinputs sich mit Phasen der Verarbeitung und  des kreativen Outputs abwechseln. &#8230; Kommunikation braucht Qualität. Und Qualität braucht Zeit. Wer sich verständigen will und verstanden werden will, muss nachdenken können und sich erklären dürfen. &#8230; Jeder braucht heute von Zeit zu Zeit sein individuelles existenzielles Funkloch. Das sorgt nicht nur für eine Steigerung der Lebensqualität, es ist überlebenswichtig.&#8221;</p>
<p>&#8230; Genau das wurde diese Woche offensichtlich: es gab für mich nicht das kleinste Funkloch (die 6 Nachtstunden zählen dabei nicht) und die Qualität der Kommunkation mit manchen mir durchaus wichtigen Menschen hatte extrem an Qualität eingebüßt. Jetzt kann ich weder an der Datenflut, noch an der Kommunkation anderer etwas ändern. Aber ich kann über meine Kommunikation nachdenken und mir Wege überlegen, die mich nicht nur fremdbestimmt durchs Leben wandern lassen.</p>
<p>&#8230;F.f.</p>
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		<title>Bücher</title>
		<link>http://blog.noerchen.com/?p=1361</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 07:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[literature]]></category>
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		<description><![CDATA[
Faznet &#8211; Raymond Geuss. Kritik der politischen Philosophie
der Freitag: Sahra Wagenknecht. Freiheit <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1361">Bücher</a></span>]]></description>
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<li><a title="faznet. geuss kritisch der politischen philosophie" href="http://www.faz.net/artikel/S30395/f-a-z-sachbuecher-der-woche-all-die-menschlichen-selbstverstaendlichkeiten-30428966.html" target="_blank">Faznet &#8211; Raymond Geuss. Kritik der politischen Philosophie</a></li>
<li><a title="freitag sahra wagenknecht" href="http://www.freitag.de/buch-der-woche/freiheit-statt-kapitalismus" target="_blank">der Freitag: Sahra Wagenknecht. Freiheit statt Kapitalismus</a></li>
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		<title>Zitate</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 20:36:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[art & culture]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Die Engländer wollen etwas zum Lesen, die Franzosen etwas zum Schmecken, die Deutschen etwas zum Nachdenken.&#8221; (Kurt Tucholsky)</p>
<p>&#8220;Die Nazis sind undeutsch.&#8221; (Victor Klemperer)</p>
<p>&#8220;Die deutsche Sprache lässt unglücklicherweise zu, einen ziemlich trivialen Gedanken hinter einem Wolkenvorhang scheinbarer Tiefgründigkeit vorzutragen oder, dass umgekehrt eine Vielzahl von Bedeutungen hinter einem einzigen Ausdruck lauert.&#8221; <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1181">Zitate</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die Engländer wollen etwas zum Lesen, die Franzosen etwas zum Schmecken, die Deutschen etwas zum Nachdenken.&#8221; (Kurt Tucholsky)</p>
<p>&#8220;Die Nazis sind undeutsch.&#8221; (Victor Klemperer)</p>
<p>&#8220;Die deutsche Sprache lässt unglücklicherweise zu, einen ziemlich trivialen Gedanken hinter einem Wolkenvorhang scheinbarer Tiefgründigkeit vorzutragen oder, dass umgekehrt eine Vielzahl von Bedeutungen hinter einem einzigen Ausdruck lauert.&#8221; (Erwin Panofsky)</p>
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		<title>Zeit- so anders wie Kulturen verschieden sind (3)</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 15:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Nora]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[daily]]></category>
		<category><![CDATA[literature]]></category>
		<category><![CDATA[thoughts]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Im nächsten Kapitel zu einer weiteren Dimension der sozialen Zeit wurde es spannend.</p>
<p>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit</p>
<p>Die Dauer</p>
<p>Im Prinzip ist die Dauer der Zeit genau festgelegt. Für einen Physiker dauert eine Sekunde ganz genau 9.192.631.700 Strahlungschwingungen bei Cäsium 133 (Levine hat hier einen Schreibfehler). Wiki:</p>
<p>Die Sekunde als Maßeinheit der Zeit ist seit 1967 als das <span style="color:#777"> . . . &#8594; Read More: <a href="http://blog.noerchen.com/?p=1131">Zeit- so anders wie Kulturen verschieden sind (3)</a></span>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-745" title="Levine &quot;Eine Landkarte der Zeit&quot;" src="http://blog.noerchen.com/wp-content/uploads/2011/01/lumix-sicherung-14-11-2010-1792-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im nächsten Kapitel zu einer weiteren Dimension der sozialen Zeit wurde es spannend.</p>
<p><strong>Teil 1 &#8211; Die soziale Zeit</strong></p>
<p><strong>Die Dauer</strong></p>
<p>Im Prinzip ist die Dauer der Zeit genau festgelegt. Für einen Physiker dauert eine Sekunde ganz genau 9.192.631.700 Strahlungschwingungen bei Cäsium 133 (Levine hat hier einen Schreibfehler). Wiki:</p>
<blockquote><p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sekunde">Sekunde</a> als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ma%C3%9Feinheit">Maßeinheit</a> der Zeit ist seit 1967 als das 9.192.631.770-fache der Periode eines bestimmten atomaren Übergangs in Caesium definiert.<sup id="cite_ref-28"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caesium#cite_note-28">[29]</a></sup> Dazu passend ist Caesium das die Frequenz bestimmende Element in den <a title="Atomuhr" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atomuhr">Atomuhren</a>, die die Basis für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit">koordinierte Weltzeit</a> bilden.<sup id="cite_ref-29"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caesium#cite_note-29">[30]</a></sup> Caesium wurde für diese Anwendung gewählt, weil der Übergang zwischen  den beiden Grundzuständen mit 9,1 GHz noch mit elektronischen Mitteln  erreichbar ist.</p></blockquote>
<p>Für unsere Wahrnehmung ist die Dauer der Zeit gar nicht so genau und eindeutig erfassbar. Und wenn Anhaltspunkte auf die wirkliche Zeit wegfallen, bricht unser Sinn für die Zeit sogar ganz zusammen. Wir haben also eine psychische Uhr. Aber was beeinflusst die?</p>
<p>Laut Levine gibt es Hinweise darauf, dass bei niedrigerer Körpertemperatur die Zeitdauer kürzer eingeschätzt wird und bei höherer länger. &#8220;Wahrscheinlich leben also Menschen in wärmeren Gegenden nach einer langsamer laufenden inneren Uhr.&#8221; Fühlt sich deshalb der gestresste Deutsche in warmen Gegenden so wohl und entspannt? Tommi wollte ob der Aussage jedenfalls gleich gen Süden auswandern. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Was ich auch total irre fand, war, dass es individuelle Unterschiede gibt, wie, dass Dicke genauer schätzen als Normalgewichtige, extrovertierte Menschen genauer als introvertierte usw. &#8230; ach und Frauen ungenauer als Männer. Mit letzterem bin ich jetzt fein raus <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /> &#8230; ich kann gor nichts dafür, wenn ein Mann auf mich warten muss. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /> Er schätzt die Zeitdauer einfach besser ein als ich. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Für Mumpitz hielt ich eigentlich, dass Zeit tatsächlich zu verlangsamen ist. Ja, ich weiß, es ist eine Übung des Zen-Buddhismus, sich so zu konzentrieren, dass die Zeit stillzustehen scheint. Oder sagen wir, ich habe davon gehört. Leistungssportler sprechen wohl auch von solchen Momenten. Wobei ich zugeben muss, der Gedanke hat was. Und wenn die Dauer von Zeit unterschiedlich wahrgenommen werden kann, warum dann nicht auch extrem unterschiedlich&#8230;</p>
<p>Es gibt auch eine dunkle Seite der psychischen Zeitverlängerung: die Langeweile. Levine sagt dazu, dass die Geschwindigkeit der Zeit unter das optimale Erregungsniveau absinkt. Ja ;), so kann man das auch bezeichnen. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /><br />
Diese Zeitverlangsamung ist deshalb so ätzend, weil sie außerhalb unserer Kontrolle liegt. Was übrigens auch ein Problem im Bereich der Depression darstellt.</p>
<p>Eigentlich stand an dieser Stelle noch etwas zu einer persönlichen Erfahrung zum Thema &#8220;deutliche Abweichung gefühlter zu tatsächlicher Zeit&#8221;. Aber das Hurtigruten-www-Loch hat´s gefressen. Dann soll es wohl nicht sein. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Doch zurück zu der Frage: Was beeinflusst unsere psychische Uhr? Levine macht dabei 5 Komponenten aus:</p>
<ol>
<li>angenehme Erfahrungen</li>
<li>der Grad der Dringlichkeit</li>
<li>der Grad der Aktivität</li>
<li>die Abwechslung</li>
<li>zeitfreie Aufgaben</li>
</ol>
<p><em>Zu 1. angenehme Erfahrungen</em></p>
<p>Es gibt doch tatsächlich Untersuchungen, wieviel Speicherplatz positive Erfahrungen auf unserer Hirnrinde einnehmen. Weniger Raum würde bedeuten, man hätte das Gefühl, sie hätten weniger Zeit beansprucht. Aha.</p>
<p>Was ich interssant finde, ist das im Buch beschriebene Projekt des Psychologen Robert Meade. &#8220;Meade nutzte dabei die Tatsache, dass die Menschen die Zeit als kürzer empfinden, wenn sie glauben, dass sie einem Ziel näher kommen.&#8221; Er hat den Arbeitern ein Gefühl des Fortschritts für ihre Arbeit vermittelt. Mit dem Ergebnis, dass die Arbeitsmoral und das Wohlbefinden stiegen.<br />
Wenn das bedeutet, ich muss im Büro bei langwierigen Aufgaben &#8211; die sich über 1, 2, 3 Monate hinziehen und an denen täglich zu arbeiten ist &#8211; kleinere Etappen setzen, deren Erreichen auch noch mit irgendeiner Art angenehmer Erfahrung verbunden ist, dann sollte ich das tun. Denn ich erlebe bei sonst fröhlichen und motivierten Mitarbeitern immer wieder steigende Frustration im Zeitablauf bei solchen Arbeiten.</p>
<p><em>Zu 2. der Grad der Dringlichkeit</em></p>
<p>„Je größer die Dringlichkeit, desdo intensiver spürt man das Vergehen der Zeit. … Diese Dringlichkeitsregel erstreckt sich auf eine breite Palette von Bedürfnissen, von den grundlegenden physiologischen bis zu kulturell vorgegebenen Notwendigkeiten“ Wenn man also einen Zeitpunkt intensiv herbeisehnt, vergeht die Zeit besonders langsam. Scheinbar.</p>
<p><em>Zu 3. der Grad der Aktivität</em></p>
<p>Logisch ist die Aussage, es „&#8230; vergeht die Zeit schneller, wenn eine Aufgabe den Menschen in Anspruch nimmt, wenn sie ihn herausfordert und ihm geistige Anstrengung abverlangt und wenn mehr passiert.“</p>
<p>Diesen Faktor der Wahrnehmung einer Zeitdauer finde ich besonders spannend. Sagt unsere Meinung zu ihm doch viel über uns und ähnliche Kulturkreise aus und viel über Kulturen, eine ganz andere Sicht auf Aktivität und Nichtaktivität haben.</p>
<p>Levin beschreibt die Amerikaner als aktivitätsfanatisch, stets bemüht, Inaktivität zu vermeiden. Inaktive Zeiten sind tote Zeiten. Im Grunde kommt mir das sehr bekannt vor. In anderen Teilen der Welt sieht man das völlig anders.</p>
<p>„Die Japaner zum Beispiel empfinden besondere Hochachtung für das Konzept des „ma“ &#8211; des Zwischenraums zwischen Gegenständen oder Aktivitäten.“ Ein Zwischenraum ist danach nicht leer, wie wir es sagen würden, sondern „voll von Nichts“. <strong>Ein toller Gedanke!</strong><br />
Ich kann es nicht genau erklären, aber es gibt einen Grad an „voll von Nichts“ in einer Wohnung, der mir Ruhe, Frieden und Entspannung bringt. Nur bin ich nicht so richtig in der Lage, diesen Grad des inneren Friedens durch „Nichts“ selber herzustellen. Oder anders gesagt, irgend ein innerer Antrieb arbeitet eigentlich ständig dagegen.</p>
<p>Gerade jetzt im Rahmen meines Umzuges fällt mir das wieder übel auf. Eigentlich hätte ich zum Wohlfühlen gerne eine Wohnung mit viel freier Fläche auf dem Fußboden und übersichtlichen netten Inseln des Lebens darin.<br />
Und was macht mein Kopf ständig? Er plant die Möblierung im Sinne einer Optimierungsaufgabe mit dem Ziel „Möglichst viele Möbel auf die verfügbare Fläche“. So ein Schrott. Und warum? Ich müsste massiv wegschmeißen. Auch Dinge, die noch vollständig in Ordnung sind. Und so bin ich schlicht nicht erzogen. (Meine Eltern sind jetzt schon am Überlegen, was SIE mit den Regalbrettern machen, die nicht mit umziehen. Und noch war nicht die Rede von zuentsorgenden Möbeln oder Inhalten. Da krieg ich echt die Krise!)</p>
<p>Und ich weiß jetzt schon, dass ich bei der Umbauplanung meiner Küche einen Fehler gemacht habe, der auch noch Geld kostet und der nur diese blöde Optimierungsaufgabe als Ursache hat. An den Kosten lässt sich idiotischerweise nichts mehr ändern. Aber ich denke, ich muss meine Küchenbauer an einer Ecke erstmal ausbremsen und dann in Ruhe sehen, ob ein „voll von Nichts“ an einer Wand nicht besser ist als ein Schrank.</p>
<p>Es geht jedoch bei Stille und Nichts nicht nur um Raum, sondern auch um Zeit.</p>
<blockquote><p>„Die Schriftstellerin Eva Hoffmann beschrieb, wie sie während einer langen Reise durch Osteuropa die Bereitschaft der Menschen, die Stille zu akzeptieren, schätzen lernte:</p></blockquote>
<blockquote><p>„Nun warten wir wieder, sitzen uns still gegenüber. Wir sitzen, wie die Zen-Meister sitzen. Es gibt keine Peinlichkeit, kein hektisches Nicken mit dem Kopf oder beruhigendes Lächeln. Langsam emfinde ich das als seltsam entspannend. Ich gleite hinüber in eine andere Wahrnehmung der Ereignisse, in der man nicht darauf besteht, einen Plan zu erfüllen, sondern auf das wartet, was als nächstes passiert.“</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Laufe ihrer Reise begann Hoffmann zu verstehen, dass vertrauensvolle Stille einen Glauben an die Dynamik der Veränderung und an die menschliche Natur an sich erfordert:</p>
<p>„Irgend etwas passiert immer als nächstes: Dieses Prinzip habe ich allmählich verinnerlicht. Die Welt erschöpft sich nicht und ebenso wenig die Menschen&#8230;“</p></blockquote>
<blockquote><p>„Wenn man die Stille schätzt, ist sie keine vergeudete Zeit mehr.“</p></blockquote>
<p>Und noch etwas will ich dazu zitieren:</p>
<blockquote><p>„Im Westen signalisiert ein Mangel an offensichtlicher Aktivität, dass nichts geschieht. Viele Menschen in anderen Teilen der Welt erkennen allerdings, dass eine oberflächliche Ruhe noch nicht bedeutet, dass es keine Veränderung gibt. Zeiträume der Inaktivität werden als notwendiger Vorlauf für eine sinnvolle Tätigkeit verstanden. Die Chinesen zum Beispiel gelten als Meister des Wartens auf den richtigen Augenblick. Sie glauben, dass das Warten selbst erst diesen Augenblick schafft.Wie lange muss man warten? So lange, wie es nötig ist. Eine künstliche Verkürzung dieser Reifephase wäre so unsinnig wie ein Sparen an den Fundamenten eines Gebäudes.“</p></blockquote>
<p>Ich habe durchaus überlegt, dass so zu zitieren. Weil es meinem eigenen Handeln und Fühlen so konträr gegenübersteht. Stille und Warten … zwei Worte, die als Erfahrung für mich meist kaum auszuhalten sind. Warum ist mir allerdings nicht klar. Klar ist mir mittlerweile aber, dass ich mir wichtige Zeit stehle, wenn ich Stille und Warten nicht zulasse.</p>
<p><em>Zu 4. Abwechslung</em></p>
<p>Dazu ist eigentlich schon was gesagt worden. Im Prinzip gilt: je mehr Abwechslung, desdo kürzer die empfundene Zeitdauer.</p>
<p><em>Zu 5. Zeitfreie Aufgaben</em></p>
<p>Das ist auch ein spannender Abschnitt. Weil er nämlich klarmacht, wie scheinbar einfach man aus gepresstem Zeitdenken herauskommt und seine verfügbare Zeit psychisch verlängert.<br />
Nämlich durch Beschäftigung mit Aufgaben, die die rechte Gehirnhälfte beanspruchen. (Für die Erkenntnis, dass sich unsere beiden Gehirnhälften mit ganz unterschiedlichen Informationen beschäftigen und diese auch unterschiedlich verarbeiten, hat der Biopsychologe Roger Sperry den Nobelpreis gewonnen.)</p>
<p>Wenn ich mich also intensiv mit Aufgaben beschäftige, die ausschließlich meine Kreativität ansprechen – wie Malen und Musik, dann kann ich das Gefühl für die Zeit verlieren. Wie ein Kind, das in ein Spiel vertieft ist. Aber Achtung: auch Malen und Musik kann die linke statt der rechten Gehirnhälfte ansprechen. Scheinbar zeitverlängernd wirkt die rechte. Niedlich finde ich, dass hier von einem R-Modus bzw. Flow-Modus gesprochen wird. <img src="http://blog.noerchen.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":)" class="wp-smiley" /></p>
<p>Das Kapitel 3 &#8211; die Geschichte der Uhrzeit &#8211; spare ich mir übrigens.</p>
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